Kommission für Jugendmedienschutz prüft "Erwachsen auf Probe"

Donnerstag, 28. Mai 2009
Die Betreuungskinder aus "Erwachsen auf Probe"
Die Betreuungskinder aus "Erwachsen auf Probe"

Die umstrittene RTL-Reality "Erwachsen auf Probe" bleibt im Fokus der Medienhüter. Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) der Landesmedienanstalten wird das Format nach der Ausstrahlung der ersten Folge am 4. Juni noch einmal unter die Lupe nehmen und einer jugenschutzrechtlichen Bewertung unterziehen. "Die KJM beobachtet grundsätzlich TV-Sendungen, bei denen im Vorfeld Hinweise auf problematische Inhalte vorliegen. Auch beim RTL-Format 'Erwachsen auf Probe' reagieren wir prompt nach der Ausstrahlung der Reality-Sendung mit einem Eilprüfverfahren", erklärt der KJM-Vorsitzende Wolf-Dieter Ring.

Die Kommission betont, dass dies sei kein Ausnahmefall sei, sondern zum gesetzlich vorgegebenen Auftrag des Aufsichtsorgans gehört. Man bewerte kontinuierlich "sowohl neue Formate als auch potenziell problematische Sendungen". Drei Mitglieder der Kommission werden "Erwachsen auf Probe" vor allem "auf einen möglichen Verstoß gegen die Menschenwürde und eine die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigende Wirkung" hin untersuchen. Zudem soll geprüft werden, ob die Freiwillige Selbstkontrolle für Fernsehen (FSF) ihren Beurteilungsspielraum bei der Freigabe der RTL-Serie eingehalten hat. Die FSF hatte der Sendung eine Freigabe für das Hauptabendprogramm erteilt. Sollte das Urteil der Ausschussmitglieder nicht einstimmig ausfallen, werden die Folgen von "Erwachsen auf Probe" im Plenum der nächsten KJM-Sitzung bewertet.

In der Sendung können Jugendliche mit Kinderwunsch das Familienleben praktisch ausprobieren und kümmern sich dabei um echte "Leihkinder". Das Konzept stieß bei Familienverbänden und Politikern wie Familienministerin Ursula von der Leyen auf heftige Kritik. RTL-Geschäftsführerin Anke Schäferkordt hat die Kritik an dem Format zurückgewiesen und betont, dass man an der Ausstrahlung festhalte. dh
Meist gelesen
stats