Kofler macht mit Entlassungen ernst

Freitag, 22. März 2002
Georg Kofler: Stellenabbau hat begonnen
Georg Kofler: Stellenabbau hat begonnen

Der von Premiere-Geschäftsführer Georg Kofler als Sparmaßnahme angekündigte Stellenabbau hat begonnen. Anders als ursprünglich geplant wird sich der Sender dabei nicht nur auf das Streichen befristeter Arbeitsverträge beschränken, sondern auch betriebsbedingte Kündigungen aussprechen. Der Abbau von 30 Prozent aller Mitarbeiter soll in sämtlichen Bereichen und Schichten erfolgen.

Die Hauptlast der Stellenstreichungen werden vor allem der Vertrieb und das Marketing tragen. Damit stehen 800 Posten bis Ende des Jahres zur Disposition. Weitere Kürzungen könnten folgen, wenn Kofler wie geplant zusätzliche Tätigkeitsfelder an externe Dienstleister überträgt.

Zwar wurde von Arbeitnehmerseite Kritik an dem Tempo der Personalkürzungen laut, doch Kofler kann sich kaum ein behutsameres Vorgehen leisten, wenn er das selbstgesteckte Ziel von Einsparungen in der Größenordnung von mehreren hundert Millionen Euro in diesem Jahr tatsächlich erreichen will.

Noch laufen die Gespräche mit den Hollywood-Studios über die Senkung der Lizenzzahlungen mit ungewissen Ausgang und vergleichbare Verhandlungen mit der Bundesliga sind zwar angekündigt, aber noch nicht angelaufen. Daher bleiben dem Premiere-Geschäftsführer als unmittelbare Sparmöglichkeiten die neben der inzwischen eingestellten kostspieligen Imagekampagne nur die Personalkosten.
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