Köppel steigt bei der Welt aus

Freitag, 21. Juli 2006
Roger Köppel geht zurück in die Schweiz
Roger Köppel geht zurück in die Schweiz

Roger Köppel, seit drei Jahren Chefredakteur der "Welt", verlässt das Blatt und geht zurück zur Schweizer "Weltwoche", an deren Spitze er bereits vor seinem Wechsel zur "Welt" stand. Seine Nachfolge soll spätestens zum 1. Januar 2007 Thomas Schmid antreten, der zurzeit noch das Politik-Ressort der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" leitet. Der 60-Jährige war bereits von 1998 bis 2000 für die "Welt" tätig. Der Abgang Köppels ist die bislang spektakulärste Personalie, die Axel Springer seit der Berufung von Christoph Keese an die Spitze von "Welt am Sonntag", "Welt", "Welt Kompakt" und "Berliner Morgenpost", verkündet hat. Keese, der seit 2004 Chefredakteur der "Welt am Sonntag" ist, soll die bereits vor fünf Jahren fusionierte Redaktion von "Welt" und "Berliner Morgenpost" mit der "Welt am Sonntag" zusammenführen.

Im April hatte Springer angekündigt, die Online- und Printartikel künftig in einer Redaktion zu erstellen und die Titel außerdem von einer Chefredakteursrunde mit Keese an der Spitze führen zu lassen. Mit im Gremium sitzen Carsten Erdmann, Chefredakteur der "Berliner Morgenpost", Romanus Otte, Keeses Stellvertreter bei der "Welt am Sonntag", und bislang Roger Köppel.

Der Machtverlust dürfte Köppel nicht geschmeckt haben. Zumal Springer seit der Zusammenlegung von "Welt" und "Morgenpost"-Redaktion - seinerzeit als "Projekt Alpha" bekannt - stets beteuert hatte, eine weitere Zusammenführung von Ressorts mit der "Welt am Sonntag" käme nicht in Frage. Auch Jan-Eric Peters, der Alpha umgesetzt hatte und zuletzt als Herausgeber für "Welt" und "Morgenpost" sowie als Chefredakteur für "Welt Kompakt" tätig war, hat die Zeitungsgruppe mit Bekanntwerden des Keese-Aufstiegs verlassen. Er soll Springers noch zu gründende Journalistenakademie leiten. pap
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