"Kölnische Rundschau" bekommt Mantel von "General-Anzeiger Bonn"

Montag, 30. November 2009
Helmut Heinen, Präsident des BDZV
Helmut Heinen, Präsident des BDZV

Künftig werden der Heinen Verlag, Herausgeber der "Kölnischen/Bonner Rundschau", und der Verlag des "General-Anzeigers Bonn" enger zusammenarbeiten. Ab Januar 2010 wird die Produktion des Mantelteils der "Rundschau" schrittweise vom "General-Anzeiger" übernommen. Grund für die Kooperation sind die Umsatzeinbußen im Anzeigengeschäft. Durch größere Synergieeffekte soll nun die Qualität des Mantels gesichert und die Bedeutung der Lokalteile erhöht werden. Die publizistische Verantwortung für den überregionalen Mantel trägt "Rundschau"-Herausgeber Helmut Heinen, der auch Präsident des Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) ist. Die Produktion wird von Andreas Tyrock, dem Chefredakteur des General-Anzeigers, geleitet. Engelbert Greis und Cordula von Wysocki, die zuvor als stellvertretende Chefredakteure angestellt waren, übernehmen die Chefredaktion der Lokalredaktionen der Rundschau. Inhaltlich hat Greis die Kölner Hauptausgabe zu verantworten, während von Wysocki für die Lokalausgaben im Umland zuständig ist.

Die Gewerkschaft Verdi kritisiert die Fusion, weil es noch keine klaren Aussagen über den Verbleib der Mitarbeiter gibt, die derzeit im Mantelressort der Kölnischen Rundschau tätig sind. Es müsse garantiert werden, dass durch Heinens Entscheidung keine Mitarbeiter bei der „Kölnischen Rundschau" gekündigt werden, erklärte Verdi-Sekretär Matthias von Fintel. Außerdem sei es „erschütternd", dass Heinen als „Spitzenvertreter des Verlegerverbandes" an der Fusion beteiligt ist, so von Fintel.

M. DuMont Schauberg, dem die „Kölnische Rundschau" angehört, hatte bereits im Sommer eine engere Zusammenarbeit von „Berliner Zeitung" und „Frankfurter Rundschau" in den Ressorts Wissenschaft und Medien angekündigt. Bei der WAZ-Mediengruppe fand im September eine große Umstrukturierung statt: Durch die Errichtung eines Content-Desks für die drei NRW-Titel „Westdeutsche Allgemeine Zeitung", „Westfälische Rundschau" und „Neue Ruhr/Rhein-Zeitung" fielen beinahe 300 Arbeitsplätze weg. Außerdem wurden einige Lokalredaktionen zusammengelegt sowie drei Standorte komplett geschlossen. Auch in Bereichen außerhalb der Redaktion wird über stärkere Zusammenarbeit nachgedacht: So haben Hubert Burda Media, die WAZ-Mediengruppe und der Moderne Zeitschriftenvertrieb (MZV) beim Bundeskartellamt eine Vertriebsfusion angemeldet. hor
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