Kleinkrieg auf dem Berliner Radiomarkt

Donnerstag, 30. September 1999

Kurz vor der MA-Erhebungswelle der Mediaanalyse kämpfen die Berliner Radiosender seit jeher mit harten Bandagen. "Fast schon eine Rufmordkampagne", nennt Ulrich Gathmann, RS2-Geschäftsführer die jüngste Aktion des Berliner Rundfunk, der seit heute RS2 on air vorwirft, die Aufkleberkampagne mit Unicef zugunsten der Schulkinder zu stören. Vorausgegangen war eine Einstweilige Verfügung von RS2, die es dem Berliner Rundfunk untersagt, weiter mit ihrem Claim "Der Nummer 1 Classic-Hit-Sender" zu werben. Das sei sitten- und wettbewerbswidrig, da der Berliner Rundfunk im Großraum Berlin-Brandenburg nur an dritter Stelle, gemeinsam mit RS2 stehe, lautet die Begründung. Mit von der EV betroffen sind die rund 2 Millionen Aufkleber zur Sicherheit der Schulkinder. "Es ist eine grobe Unterstellung vom Berliner Rundfunk, dass wir die EV auf dem Rücken der Kinder austragen wollen", so Gathmann. Bereits einige Wochen zuvor, habe er versucht, dass der Slogan auf aussergerichtlichem Weg geändert würde. In dieser Zeit hätte der Berliner Rundfunk den on air und off air Auftritt anpassen können, um für den Fall einer Untersagung auch die Aufkleberaktion reibungslos weiterlaufen zu lassen. Zur Zeit versucht RS2 auch in seinen Nachrichten richtigzustellen, dass es ihm mit der EV um den Slogan, nicht die Kinder gehe. Aber die Hörer seien aufgehetzt, dass merke man auch ganz deutlich auch in der Telefonzentrale des Senders. Währenddessen ruft der Berliner Rundfunk seine Hörer auf, den Claim auf den Unicef-Aufklebern um "Berlin" zu ergänzen - denn dann stimmt die Aussage wieder. Zudem wurden neue Aufkleber gedruckt. Hier wird zu lesen sein: "Der Berliner Nummer 1 Classic- und Megahitsender".
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