Klaus Schweinsberg verlässt G+J und "Capital"

Dienstag, 18. November 2008
Verlässt G+J: Klaus Schweinsberg
Verlässt G+J: Klaus Schweinsberg

Mit einer Ankündigung in eigener Sache dürfte Klaus Schweinsberg, Chefredakteur des mittlerweile monatlichen Gruner + Jahr-Wirtschaftsmagazins "Capital", seine Kongressmoderation auf den VDZ-Zeitschriftentagen in Berlin am Dienstagmorgen beginnen: Zum 1. Februar kommenden Jahres wird der 38-Jährige den Verlag verlassen. Gegenüber HORIZONT.NET bestätigte Schweinsberg, der zugleich als Herausgeber des Schwestertitels "Impulse" fungiert, am Vorabend am Rande der VDZ-"Publishers' Night" eine entsprechende Meldung. Wohin es ihn zieht und wer ihm nachfolgen könnte, wollte Schweinsberg nicht sagen. Auf die Frage, ob er nach dem Vorbild seiner Ex-Kollegen vom Konkurrenzblatt "Wirtschaftswoche", Stefan Baron (jetzt Deutsche Bank) und Michael Inacker (bald Metro), auf die PR-Seite gehen wolle, antwortete Schweinsberg, auf diese Schreibtischseite wechsele er nicht: "Ich bin Journalist."

Mit den aktuell diskutierten Portfoliomaßnahmen bei G+J, die auch eine Zusammenlegung oder gar Einstellung von Wirtschaftstiteln - neben "Capital" und "Impulse" noch "Börse Online" und die Zeitung "FTD" - bedeuten könnten, habe sein Abgang nichts zu tun. "Das ist Zufall, dass das jetzt zusammenkommt. Ich hatte diesen Schritt als Teil meiner Lebensplanung bereits länger vor und der Verlagsleitung mitgeteilt."

   In Verlagskreisen sind indes alternative Deutungen zu hören: Danach habe Schweinsberg mögliche Sparmaßnahmen oder Umstrukturierungen - im Gespräch ist etwa eine teilweise Zusammenlegung der bisher in München, Köln und Hamburg tätigen Redaktionen der vier Titel am Standort Hamburg - nicht mittragen wollen. Andere meinen zu wissen, dass der bisherige Vertraute des G+J-Vorstandschefs Bernd Kundrun sich gar vergebliche Hoffnungen auf eine möglicherweise geplante Gesamt-Chefredaktion des G+J-Wirtschaftsportfolios gemacht habe. Dritte sprechen davon, Schweinsberg sei entlassen worden, weil sein mutiger "Capital"-Relaunch nicht den erwünschten Erfolg gebracht habe. Doch all diese "Publishers' Night"-Tuschelthesen sind vorerst Spekulation. rp
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