"Klassengesellschaft" - Kommentar zum Internetagentur-Ranking

Donnerstag, 28. April 2011

20 Prozent plus bei den Honorarumsätzen – nach einem guten Jahr 2009 war auch 2010 für die Internet-Agenturen ein, zurückhaltend formuliert, erfolgreiches Jahr. Die Dienstleister für Onlinewerbung, Websites und Social Media gehören längst zu den Wachstumstreibern der Digitalen Wirtschaft. Doch die Friede-, Freude-Eierkuchen-Kommentare zu den Zahlen, die der Bundesverband Digitale Wirtschaft jetzt publizierte, verdecken nur mühsam, dass der Markt von einer Zweiklassengesellschaft geprägt ist. Wenige große Fullservice-Agenturen schicken sich an, Werbeagenturen Konkurrenz zu machen, wie nicht nur Plan.Net-Chef Michael Frank konstatiert. Neben den aus aktienrechtlichen beziehungsweise formalen Gründen nicht gelisteten Pixelpark und Syzygy zählen allenfalls die Top 5 zu diesem erlauchten Kreis. Das Gros der Digital-Dienstleister hat weder die Ambitionen noch die Chancen, auf Augenhöhe mit Jung von Matt, Tribal DDB und BBDO dieser Republik zu pitchen.

Wozu auch? Auch wer kleinere Brötchen backt, kommt derzeit offensichtlich bestens über die Runden. Den guten Zahlen zum Trotz: Vor einer großen Herausforderung stehen beide Agenturtypen, die Fullservice-Dienstleister wie die Spezialisten: Nur die richtigen Mitarbeiter garantieren nachhaltiges Umsatzwachstum – doch top qualifizierte Fachkräfte werden zunehmend rar. Der War for Talents ist weniger schlagzeilenträchtig als ein gewonnener Etat. Doch er tobt derzeit intensiver als mancher Pitch um einen Kunden. vs

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