Klage: RMS zerrt AS&S Radio vor den Kadi

Donnerstag, 26. April 2012
Ruckert hält Preise für zu niedrig
Ruckert hält Preise für zu niedrig

Der Zoff der beiden führenden Radiovermarkter eskaliert. Seit vier Jahren liegt Radio Marketing Service (RMS) mit Konkurrent ARD Werbung Sales & Services Radio (AS&S Radio) wegen dessen Deutschland-Kombi im Clinch. Nun führt die Auseinandersetzung um Preis und Angebotsstruktur vor Gericht. Am 4. April hat RMS beim Landgericht Hamburg AS&S Radio verklagt, dem das Schriftstück am 17. April ins Haus flatterte. RMS geht davon aus, dass die Deutschland-Kombi seit Einführung 2009 mit hoher Wahrscheinlichkeit gegen geltendes Recht verstößt, teilt RMS-Chef Florian Ruckert auf HORIZONT-Anfrage mit.

Ruckert stützt sich dabei auf ein Gutachten des Münsteraner Rechtsprofessors Bernd Holznagel von 2010. Demnach hat AS&S mit der Deutschland-Kombi das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb und den Rundfunkstaatsvertrag verletzt. Dieser regelt, dass sich die öffentlich-rechtlichen Anstalten in Beziehung zu ihren Werbetöchtern so verhalten müssen, wie es bei kommerziellen Tätigkeiten üblich ist. „Das Gutachten stellt fest, dass die Preisstellung der Deutschland-Kombi seit 2009 mit hoher Wahrscheinlichkeit gegen das Gebot der Marktkonformität verstößt", so Ruckert.

Für AS&S-Geschäftsführer Bernhard Cromm verstößt die Deutschland-Kombi weder gegen Staatsvertrag noch gegen geltendes Recht. Mit Professor Peter Mailänder hat der Vermarkter einen renommierten Rechtsbeistand engagiert und sieht der Klage gelassen entgegen. Cromm: „RMS bepreist ihre Super Kombi auf 14-49. Und auf die gleiche Weise bepreisen wir unsere Deutschland-Kombi. Deshalb ist es für uns nicht nachvollziehbar, weshalb RMS diesen Vorwurf erhebt." gui

Mehr dazu in HORIZONT 17 vom 26. April 2012
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