Kirch/Bertelsmann wehren sich gegen EU-Einschätzung

Montag, 30. März 1998

Das Verhältnis zwischen der Kirch-Gruppe, ihrem Digital-TV-Verbündeten Bertelsmann und den europäischen Wettbewerbshütern in Brüssel hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Die Einwände der EU-Kommission gegen die geplante TV-Allianz der beiden Konzerne beruhten zum Teil auf "hochspekulativen Annahmen" und "unrichtigen Feststellungen", teilten die Verbündeten nun dem EU-Wettbewerbskommissar Karel van Miert mit. Dabei berufen sie sich auf ein Gutachten des Tübinger Wirtschaftsprofessors Möschel, der Mitglied der Monopol-Kommission der Bundesregierung ist. Nach dem Gutachten wäre ein Verbotder Allianz "kontraproduktiv" für den Wettbewerb auf dem Bildschirm. Bereits vor zwei Wochen hattedie EU-Kommission Kirch und Bertelsmann das vorläufige Ergebnis ihrer Prüfung mitgeteilt: Der beabsichtigte Zusammenschluß, hieß es aus Brüssel, führe zur Entstehung oder Verstärkung marktbeherrschender Stellungen, durch die Wettbewerb in einem wesentlichen Teil der Gemeinschaft behindert würde.
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