Kirch wirft Axel-Springer-Verlag geschäftsschädigendes Verhalten vor

Dienstag, 24. September 2002
Offener Schlagabtausch: Leo Kirch
Offener Schlagabtausch: Leo Kirch

Der Axel-Springer-Verlag und die Kirch-Tochter Print Beteiligung, repräsentiert durch Leo Kirch, Dieter Hahn und den Wirtschaftsanwalt Ronald Frohne liefern sich in Berlin einen heftigen Schlagabtausch. Print Beteiligung vertritt auf der heutigen außerordentlichen Hauptversammlung des Springer Verlags den 40,3-prozentigen Anteil, den Kirch am Hamburger Großverlag hält und auf den die Deutsche Bank zurzeit ein Pfandrecht besitzt.

Kirch wirft Springer vor, mit der Ausübung der Put-Option für die 11,5-prozentige Beteiligung des ASV an der TV-Holding Pro Sieben Sat 1 Media im Wert von 767 Millionen Euro nicht nur den Kirch-Konzern in die Krise gestürzt, sondern auch der wirtschaftlichen Entwicklung des Axel-Springer-Verlags geschadet zu haben. Außerdem habe die Mehrheitsaktionärin Friede Springer aus persönlichen Gründen versucht, Leo Kirch aus dem Verlag zu drängen.

"Wir sind der Ansicht, dass wir richtig im Interesse aller Aktionäre gehandelt haben", kommentiert ASV-Vorstand Mathias Döpfner die Argumente von Kirch-Anwalt Frohne. "Andere Aktionäre haben sich auf Umwandlungsmodelle, die auch uns angetragen wurden, eingelassen. Sie haben heute, nach der Insolvenz der Kirch Media, alles verloren", sagt Döpfner. Die anwesenden Kleinaktionäre folgten im wesentlichen Döpfners Argumentation.
Meist gelesen
stats