Kirch will Verkauf der Springer-Aktion blockieren

Donnerstag, 06. Juni 2002

Vor dem Münchner Landgericht will Unternehmer Leo Kirch am Donnerstag die weitere Zerlegung seines früheren Medienimperiums verhindern. Der 75-jährige Firmengründer will eine einstweilige Verfügung gegen die Verwertung eines Aktienpakets am Axel-Springer-Verlag durch die Deutsche Bank erwirken.

Nachdem die Kirch-Gruppe einen Kredit über 720 Millionen Euro der Deutschen Bank nicht zurückzahlen konnte, war das als Sicherheit dienende Springer-Paket an das Kreditinstitut gefallen. Die Deutsche Bank will die 40 Prozent an dem Verlagshaus nach Angaben aus Bankenkreisen nun noch in diesem Jahr an die Börse bringen.

Der damalige Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer habe mit seinen öffentlichen Äußerungen zur Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe Anfang des Jahres den Konzern aber erst zu Fall gebracht und daher kein Recht auf das Springer-Paket, argumentiert Kirch. Kirch hat gegen Breuer in Frankfurt auch Strafanzeige wegen Kreditverleumdung erstattet und auf Schadenersatz geklagt. Die Staatsanwaltschaft prüft noch, ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird.
Meist gelesen
stats