Kirch vermarktet Fußball-Bundesliga

Mittwoch, 10. Oktober 2007
Zurück im Geschäft: Leo Kirch
Zurück im Geschäft: Leo Kirch

Die Tinte ist trocken: Wie bereits seit Tagen spekuliert wird, lässt die Deutsche Fußball Liga (DFL) die Fußball-Bundesliga in Zukunft von der Firma Sirius vermarkten. Die Agentur ist ein Tochter-Unternehmen der vom früheren Medienmogul Leo Kirch geführten Münchner Firma KF 15. Damit ist die Rückkehr Kirchs ins Medien-Business perfekt.

Den Angaben zufolge wird Sirius für die nächsten beiden Ausschreibungen mit der Durchführung der Inlandsvermarktung beauftragt. Der Agentur werden allerdings keine Rechte übertragen. Vertragspartner der künftigen Rechteinhaber bleibt wie bisher der Ligaverband. Der Ausschreibungsprozess für die kommende Rechteperiode wird voraussichtlich im Frühjahr 2008 beginnen. Erst dann können auch konkrete Spielplan- und Verwertungsszenarien präsentiert werden. Sirius wird direkt an die DFL-Geschäftsführung berichten.

Neben der Zusammenarbeit mit Sirius sieht die künftige Strategie vor, zusätzlich ein fertiges Bundesliga-Programm zu produzieren, für dessen Weiterverbreitung künftig Sender und Infrastruktur-Unternehmen zahlen sollen. Zudem ist die Gründung einer separaten DFL-Gesellschaft zur Vermarktung der Auslandsrechte geplant.

Mit der Neuausrichtung der Vermarktung will sich die DFL eigenen Angaben zufolge unabhängiger von den zunehmenden Unwägbarkeiten des Medien- und Kapitalmarktes machen. Darüber hinaus verspricht sich die DFL von der Zusammenarbeit mit Sirius Rekord-Umsätze. So werden der Bundesliga Einnahmen in Höhe von mindestens drei Milliarden Euro für sechs Jahre garantiert. Aus der Auslandsvermarktung und an weiteren Erlösen wie etwa aus Marketing-Rechten erwartet die DFL im Zeitraum 2009 bis 2015 Zuflüsse in Höhe von rund 460 Millionen Euro. Damit liegt der geplante Umsatz für den Zeitraum 2009 bis 2015 bei rund 3,45 Milliarden Euro. Zum Vergleich: In der laufenden drei Jahre umfassenden Rechteperiode erlöst die Liga rund 1,3 Milliarden Euro.

"Für den deutschen Profi-Fußball ist dies ein großer Schritt in die Zukunft", sagt Reinhard Rauball, Präsident des Ligaverbandes: "Die Liga nimmt ihr Schicksal stärker in die eigenen Hände. Das beschlossene Modell ermöglicht zusätzliche Wachstumschancen auf dem bedeutenden Feld der Medien-Vermarktung und garantiert gleichzeitig ein Maximum an Sicherheit im Interesse von Clubs und Fans." Auch Christian Seifert, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung, betont die Chancen der neuen Strategie: "Das neue Modell ist ein konsequenter Schritt in der Entwicklung der Bundesliga. Die DFL vermarktet künftig nicht mehr nur Rechte, sie übernimmt zusätzlich Produktverantwortung. Dadurch wird die Anzahl der möglichen Bieter deutlich erweitert", so Seifert. mas
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