Kirch setzt auf Pay-per-View in der Bundesliga

Dienstag, 23. November 1999

Im Prinzip ist sie von allen gewollt, doch über die praktische Umsetzung der Pay-Per-View-Übertragungen auf Premiere World gibt es noch Differenzen. Eine erste Gesprächsrunde traf sich dazu in Frankfurt: Auf der einen Seite DFB-Vizepräsident Gerhard Mayer-Vorfelder und FC-Bayern-Manager Uli Hoeneß, auf der anderen Seite die Kirch-Manager Dieter Hahn und Stefan Ziffzer. In einer lockeren Gesprächsrunde wollten sie Modelle diskutieren, wie sich die verbleibenden sechs Bundesliga-Spiele als Pay-Per-- View-Live-Übertragungen vermarkten lassen. Damit würde Premiere World zusätzliche Attraktivität gewinnen und besonders die großen Vereine könnten mit einer Verdreifachung der Einnahmen rechnen. Doch der Teufel steckt im Detail: So sollen die Kirch-Manager eine Bundesliga-Begegnung am Samstagabend vorgeschlagen haben. Eine Aushöhlung des Samstagnachmittags als Spieltermin, die der DFB nicht schlucken will. Um- gekehrt möchte sich die Kirch-Gruppe die Rechte an allen Spielen sichern. Seitdem aber die Pay-Per-View-Vermarktung nicht mehr unter das Solidar-Prinzip fällt, fehlt der zentrale Ansprechpartner. Entsprechend bedeckt gibt sich Kirch- Sprecher Johannes Schmitz: "Ob es Pay-Per-View für die Bundesliga schon im nächsten Jahr geben wird, kann heute keiner sagen." Auch die Vereinsseite spielt die Gespräche herunter. FC-Bayern-Manager Uli Hoeneß: "Wir haben die Vorschläge entgegen genommen und werden das im Liga-Ausschuss diskutieren. Beschlossen ist noch gar nichts."
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