Kirch-Prozess: Staatsanwaltschaft durchsucht Büro von Deutsche-Bank-Chef Ackermann

Montag, 14. November 2011
Josef Ackermann hat erneut Ärger mit der Justiz
Josef Ackermann hat erneut Ärger mit der Justiz

Am 14. Juli dieses Jahres verstarb Leo Kirch, doch der von ihm angestrengte Prozess gegen die Deutsche Bank hält die Beteiligten weiter in Atem. Wie das "Handelsblatt" heute berichtet, hat am Donnerstag die Staatsanwaltschaft München Büros von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, Aufsichtsratschef Clemens Börsig und dem ehemaligen Bankenboss Rolf Breuer durchsucht. Grund für die Razzia: Eine mögliche Falschaussage der Manager vor Gericht. Mitte Mai hatten Ackermenn, Börsig und zwei weitere Manager im aktuellen Kirch-Prozess vor dem Oberlandesgericht München ausgesagt. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft München haben die Bank-Manager dabei aber nicht die volle Wahrheit gesagt. Nun wird wegen des Verdachts der versuchten Prozessbetrugs ermittelt. Die Deutsche Bank hat die Durchsuchungen indirekt bestätigt: "Wir weisen das Vorgehen als unverhältnismäßig zurück", zitiert das Handelsblatt einen Sprecher der Bank. 

Die Deutsche Bank hat mit einem Befangenheitsantrag gegen die Richter auf die Durchsuchungen reagiert. Der Vorsitzende Richter unterbrach daraufhin die heutige Verhandlung. Damit platzte auch die für heute angesetzte Befragung von Friede Springer, die bereits im Gerichtssaal auf ihre Vernehmung wartete.

In dem Prozess geht es um die Pleite des Medienimperiums von Leo Kirch im Jahr 2002. Nach Ansicht von Kirch ist der ehemalige Chef der Deutschen Bank, Rolf Breuer, für den Zusammenbruch seines Firmenimperiums verantwortlich. Der Manager hatte sich in einem Interview kritisch über die Kreditwürdigkeit der damals hoch verschuldeten Kirch-Gruppe geäußert. Kirch hatte daher zeitlebens gegen Breuer und die Deutsche Bank prozessiert und forderte Schadensersatz in Milliardenhöhe. dh
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