Kirch-Prozess: Erneute Razzia bei der Deutschen Bank

von HORIZONT Online
Freitag, 21. Dezember 2012
Die Deutsche Bank hatte am Donnerstag erneut Besuch von der Polizei
Die Deutsche Bank hatte am Donnerstag erneut Besuch von der Polizei


Der in der vergangenen Woche in München zu Ende gegangene Kirch-Prozess hält die Deutsche Bank weiter in Atem. Am Mittwoch wurde die Bank erneut von der Polizei durchsucht. Dieses Mal hatten es die Ermittler auf Akten zum Kirch-Prozess abgesehen. Es geht um den Vorwurf der Falschausssage mehrerer ehemaliger Vorstände. Die erneute Razzia in der Zentrale des Geldinstituts in Frankfurt war laut Medienberichten eine Folge der Duchsuchungen wegen des Vorwurf der Steuerhinterziehung in der Woche zuvor. Dabei waren die Ermittler offenbar auch auf Akten zum Kirch-Prozess gestoßen. Diese könnten neue Informationen zum Vorwurf des Prozessbetrugs beinhalten. Daher schlugen die Ermittler am Donnerstag ein zweites Mal zu.

Während des Schadensersatzprozesses vor dem Oberlandesgericht München hatten unter anderem die ehemaligen Bankchefs Rolf Breuer und Josef Ackermann sowie der ehemalige Aufsichtsratschef Clemens Börsig als Zeugen ausgesagt. Die Staatsanwaltschaft München geht davon aus, dass die Manager dabei Falschaussagen gemacht haben und ermitteln wegen versuchten Prozessbetrugs. Die Beweislage war aber bislang offenbar dünn. Die Ermittlungen stützten sich bislang in erster Linie auf ein Vorstandsprotokoll, das den Aussagen der Manager vor Gericht widerspricht.

Am vergangenen Freitag hatte das Oberlandesgericht München die Deutsche Bank zur Zahlung von Schadensersatz an die Erben des Medienunternehmers Leo Kirch verurteilt. Über die Höhe müssen nun Gutachter entscheiden. dh
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