Kirch Media: Sportrechtehandel soll einzeln veräußert werden

Montag, 12. August 2002

Die insolvente Kirch-Media soll anders als bisher geplant nicht als Gesamtpaket verkauft werden. Offenbar wird darüber nachgedacht, den Sportrechtehandel einzeln zu veräußern. Denkbar ist unter anderem ein Management-Buy-Out. Branchengerüchten zufolge sollen Firmengründer Leo Kirch und sein Ex-Vize Dieter Hahn gemeinsam mit der Credit Suisse Bank an einer Übernahme des Sportrechtebereichs arbeiten.

Bewegung gibt es bei den Bieter-Konsortien. So soll jetzt auch ein Konsortium aus den ehemaligen Kirch-Gesellschaftern Mediaset, Lehman Brothers sowie Prinz Al Waleed in den engeren Interessenten-Kreis aufgenommen worden sein. Ebenfalls für die zweite Bieterrunde werden das Konsortium aus Saban und TF 1 sowie das Konsortium aus Commerzbank und Columbia Tristar gehandelt. Gerüchte, die Bieterachse aus Springer- und Bauer-Verlag sei aufgrund von Zwistigkeiten zerbrochen, haben die Verlage dementiert. In der zweiten Runde soll insgesamt drei Bieterkonsortien ein intensiverer Einblick in die Bücher Kirchs gewährt werden. Spätestens Anfang September soll der endgültige Investor gefunden sein.

Beim Kirch-Sender Deutsches Sportfernsehen (DSF) wird unterdessen heftig umstrukturiert. Plazamedia ist rückwirkend zum 1. Januar 2002 zur Kirch-Media-Tochter Taurus-TV ausgegliedert worden, das Sport-Dienstleistungszentrum wird zum Jahresende eingestellt. Sat 1 und Premiere, bisher Abnehmer des Inhaltelieferanten, werden eigene Sportredaktionen installieren.
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