Kirch-Media: Insolvenz scheint unabwendbar

Freitag, 05. April 2002

Bis zum Ende der Geschäftszeiten des Münchner Amtsgerichts hat Kirch-Media noch keinen Antrag auf Insolvenz gestellt. Damit ist die Zukunft des Konzerns weiterhin offen. Nach dem Scheitern der Verhandlungen zwischen Kirchs Gläubigerbanken und den Minderheitsaktionären Silvio Berlusconi und Rupert Murdoch über die Zukunft des Medienkonzerns, galt ein Insolvenzverfahren bislang als nahezu sicher.

Vertreter der Gläubigerbanken haben in der Nacht noch einmal mit Murdoch und Berlusconi verhandelt. Die Gespräche sind aber ohne Anzeichen für eine Annäherung beendet worden. Die Banken seien zu weiteren Verhandlungen nicht mehr bereit.

Die Gespräche über eine Rettung des Kirch-Kerngeschäfts mit den Minderheitsgesellschaftern scheiterten aus Sicht der Banken an der Unnachgiebigkeit der Investoren. Diese hätten am Donnerstagabend zunächst die Bereitschaft signalisiert, sich an einem Überbrückungskredit über 150 Millionen Euro für Kirch Media zu beteiligen, hätten den Vorschlag im weiteren Verlauf der Verhandlungen aber wieder zurückgezogen.

Im Fall einer Pleite Kirchs soll die Politik die Bundesliga stützen. Ligapräsident Werner Hackmann will, dass Bund und Länder die Bürgschaft bei den Banken übernehmen, wenn Kirchs TV-Gelder ausbleiben und die Deutsche Fußball-Liga zusätzliche Kredite bei den Banken aufnehmen müsste.

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