Kirch-Krise: Banken ziehen sich aus Verhandlungen zurück

Donnerstag, 04. April 2002

Die Verhandlungen zwischen Kirchs Gläubigerbanken und den Minderheitsaktionären Silvio Berlusconi und Rubert Murdoch über die Zukunft der Kirch-Gruppe scheinen gescheitert zu sein. Damit scheint die Insolvenz der Kirch-Gruppe unausweichlich.

Presseberichten zufolge könnte der Konzern noch diese Woche den Insolvenzantrag stellen. Commerzbank und DZ Bank haben sich aus den Verhandlungen zurückgezogen, nachdem Berlusconi und Murdoch sich geweigert haben, sich an einer kurzfristigen Finanzspritze für Kirch zu beteiligen. Unterdessen hat Rupert Murdoch zu Verhandlungen über die Rettung von Premiere World nach Los Angeles geladen.

Im Falle einer Pleite Kirchs soll die Politik die Bundesliga stützen. Liga-Präsident Werner Hackmann will, dass Bund und Länder die Bürgschaft bei den Banken übernehmen, wenn Kirchs TV-Gelder ausbleiben und die Deutsche Fußball-Liga zusätzliche Kredite bei den Banken aufnehmen müsste. Damit sollen sie den Vereinen Luft verschaffen, bis die neue TV-Vermarktung steht.
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