Kirch-Krise: Axel-Springer-Verlag will Anteile behalten und droht mit Schadensersatzklage

Montag, 29. April 2002

Im Rechtsstreit um die Auszahlung des 11,5 prozentigen Anteils, den der Axel-Springer-Verlag am Münchner Medienunternehmen Pro Sieben Sat 1 Media hält, droht das Hamburger Verlagsunternehmen kurz vor Ende der dreimonatigen Auszahlungsfrist in dieser Woche jetzt mit einer Schadensersatzklage im Streitwert von weit über 500 Millionen Euro.

Grund: Gemäß früheren Abmachungen hätte Kirch Media für den Springer-Anteil 767 Millionen Euro zahlen sollen. Da es unwahrscheinlich ist, dass der Axel-Springer-Verlag beim laufenden Insolvenzverfahren bei Kirch zu der geforderten Summe kommt, scheinen die Hamburger sich jetzt dazu entschlossen zu haben, ihren Anteil zu behalten. Zugleich soll aber der Differenzbetrag zwischen dem seinerzeit fixierten Marktwert von 767 Millionen Euro und dem derzeitigen Börsenwert von rund 230 Millionen Euro juristisch eingeklagt werden.
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