Kirch-Gruppe versucht Vía-Digital-Klage mit WM 2006 zu kompensieren

Donnerstag, 28. Februar 2002

In dem länger schwelenden Vertragsstreit zwischen dem spanischen Pay-TV-Sender Vía Digital und der Kirch-Gruppe über die Exklusivität der Ausstrahlungsrechte für die Fußball-WM 2002 zeichnet sich ein Lösungsansatz ab. Danach wird der Rechtevermarkter voraussichtlich über Preisnachlässe für die Ausstrahlungsrechte der WM 2006 eine Duldung der analogen Satelliten-Übertragung der WM durch ARD und ZDF erkaufen.

Im Gegenzug wird Kirch darauf drängen, dass die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ihre digitalen Satellitenübertragungen entweder verschlüsseln oder vollständig absagen. Andreas Liegl, Sportrechte-Vorstand bei Kirch Media, hatte eine entsprechende Strategie gegenüber dem "Spiegel" angedeutet: "Wir sind optimistisch, denn Vía Digital will Rechte, die sie noch nicht haben."

Für ARD und ZDF ist diese Entwicklung ein harter Schlag, da durch die digitale Abschaltung mehrere 100.000 Haushalte die WM-Spiele nicht verfolgen können. Auch Kirch wird die Kompromisslösung vermutlich schmerzhaft in den Unternehmensbilanzen spüren: So hatte die "Zeit" Branchenschätzungen zitiert, nach denen das Volumen eines derartigen Preisnachlasses sich zwischen 10 und 30 Prozent bewegen könnte.
Meist gelesen
stats