Kirch-Erbe: Dieter Hahn streicht nach Einigung mit Deutscher Bank 100 Millionen Euro ein

Freitag, 17. Februar 2012
Dieter Hahn war der langjährige Kronprinz von Leo Kirch (Foto)
Dieter Hahn war der langjährige Kronprinz von Leo Kirch (Foto)

Der ehemalige Kirch-Intimus Dieter Hahn dürfte einer der größten Profiteure der Einigung zwischen der Deutschen Bank und den Erben des verstorbenen Medienzaren Leo Kirch sein. Wie der "Focus" berichtet, bekommt der langjährige Stellvertreter Kirchs rund 100 Millionen Euro, sobald das Geld fließt. Laut "Focus" will Hahn das Geld in Sportrechte investieren. Der Medienunternehmer ist zu 50 Prozent an der Kirch-Firma KF 15 beteiligt, die wiederum 18,7 Prozent der Aktien an dem Medienkonzern Constantin Medien hält. Privat besitzt Hahn weitere 3 Prozent der Aktien von Constantin. Medienberichten zufolge will sich Hahn erneut um die Rechte an der Fußball-Bundesliga bewerben. Derzeit läuft das Ausschreibungsverfahren für die Übertragungsrechte ab der Saison 2013/2014.

Bei den Verhandlungen der Deutschen Bank mit den Kirch-Erben war Hahn laut "Focus" nicht direkt beteiligt. Die Deutsche Bank habe Wert darauf gelegt, dass der ehemalige Kronprinz von Kirch nicht persönlich an den Gesprächen teilnahm. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann habe persönlich mit Kirchs Witwe Ruth und deren Sohn Thomas verhandelt.

Die Deutsche Bank hat angeboten, den jahrelangen Rechtsstreit gegen die Zahlung von 800 Millionen Euro endgültig beizulegen. Die Kirch-Erben müssten dafür auf alle weiteren Forderungen verzichten und Rechtsfrieden zusichern. Noch müssen die Gremien der Deutschen Bank, deren ehemaliger Chef Rolf Breuer und die Manager-Haftpflichtversicherung der Bank dem Vergleich zustimmen. dh
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