Kirch-Deal geplatzt - Saban aus dem Rennen

Mittwoch, 04. Juni 2003

Die Übernahme des Herzstücks der insolventen Kirch Media durch den US-Milliardär Haim Saban ist gescheitert. Das bestätigte die Kirch Media am Mittwoch in München. Der Insolvenzverwalter der Kirch Media und die Saban Capital Group verständigten sich demnach darauf, die geschlossenen Verträge über den Verkauf der Mehrheit an der Senderfamilie Pro Sieben Sat 1 und über den Verkauf des Filmrechtehandels aufzuheben. Als Grund nannte das Unternehmen, dass "offene Punkte zwischen Verkäufer, Käufer und Banken im Rahmen der vereinbarten Fristen nicht zeitgerecht erledigt werden konnten."

Das Insolvenz-Management mit Michael Jaffé und Berater Hans-Joachim Ziems wird nun den vom Gläubigerausschuss genehmigten Alternativplan umsetzen. Dieser sei, so Ziems, parallel zu den seit Oktober 2002 laufenden Verhandlungen mit Investoren entwickelt worden, um bei einem Scheitern der Investorengespräche entsprechend vorbereitet zu sein. Basis des Fortführungskonzeptes der Kirch Media ist die Einigung mit den die Kirch Media finanzierenden Banken über ein gemeinsames finanzielles Engagement bei der Senderfamilie und die Aufrechterhaltung der Versorgung der Senderfamilie sowie der Filmbibliothek.

Kirch Media will die notwendigte Kapitalerhöhung um 200 bis 300 Millionen Euro gemeinsam mit den Banken aufbringen. Nach einem neuen Investor soll erst in ein oder zwei Jahren gesucht werden. Der Bauer-Verlag, der zunächst mit Saban um die Reste des Kirch-Imperiums geboten hatte, wäre demnach noch immer aus dem Rennen. Die Aktien von Pro Sieben brachen nach Bekanntwerden des geplatzten Einstiegs um 9 Prozent auf 4,17 Euro ein. nr

Meist gelesen
stats