Kinos kämpfen mit neuen Konzepten gegen Werbeeinbruch

Mittwoch, 15. April 2009

Die dramatische Talfahrt bei den Werbeeinahmen wollen die Kinobetreiber jetzt mit neuen Strategien stoppen. So planen unter anderem Cinemaxx und Kinopolis, spielfilmbezogene Werbebuchungen sowie Crossmediapakete anzubieten. Auch der Kinovorraum soll sich den Ideen der Werbungtreibenden öffnen. In rund 100 Häusern hat Cinemaxx Flatscreens installiert, die für Kampagnen belegt werden können. "Kino kann zudem im Sponsoring viel vom Fußball lernen", sagt Cinemaxx-Vorstand Thilo Rieg gegenüber HORIZONT.NET. Nicht nur Fußball-Arenen können gesponsert werden, auch Kinos oder einzelne Filmsäle.

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Neue Konzepte sind dringend nötig, denn trotz steigender Zuschauerzahlen kämpfen die Lichtspielhäuser mit stark rückläufigen Werbebudgets. Dies ist unter anderem auf den Rückzug des Big Spenders Tabakindustrie zurückzuführen. Die Zigarettenhersteller haben ihre Ausgaben für die Filmtheater aus Angst vor einem weiteren EU-Werbeverbot drastisch gekürzt. Gaben die Konzerne 2003 noch 33 Millionen Euro für Kinowerbung aus, waren es 2008 nur noch magere 2 Millionen Euro. Damit entfallen laut Florian Weischer von Werbe Weischer in Hamburg rund 50 Prozent des Umsatzes.

Statt sich neuen Kunden und innovativen Ideen zu öffnen, haben sich die Kinobetreiber auf den Einnahmen von Tabak- und Alkoholindustrie ausgeruht und zu guter Letzt noch darauf gehofft, dass die Zigarettenhersteller wieder zurückkehren. "Die Kinos waren unflexibel und haben wenig darauf geachtet, wohin sich der Markt entwickelt", räumt Rieg ein. Er hofft mit seinen neuen Strategien auf eine Trendwende. nk

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der HORIZONT-Ausgabe 16/2009, die am morgigen Donnerstag erscheint.
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