Kino legt zu, atmet aber noch nicht auf

Mittwoch, 08. Februar 2012
Die FFA zieht für das Kinojahr 2011 eine durchwachsene Bilanz
Die FFA zieht für das Kinojahr 2011 eine durchwachsene Bilanz

Die Bilanz der Filmförderungsanstalt (FFA) für die Kinos sieht 2011 durchwachsen aus. Zwar konnten die Betreiber dank einem großen Angebot an deutschen Filmen wieder deutlich mehr Besucher in die Kinos locken. Der Umsatz hat sich jedoch noch nicht vom Einbruch 2010 erholt. Insgesamt verbuchten die Kinobetreiber 2011 einen Umsatz von rund 958,1 Millionen Euro - fast 40 Millionen mehr als 2010. Rund 129,6 Millionen Kinobesucher zählte die FFA, die die Zahlen für die Branche auswertet, in diesem Zeitraum. Das sind rund 3 Millionen mehr als 2010. "Nach dem starken Rückgang der Besucherzahlen im Jahr davor ist dies unter dem Strich ein freundliches - aber noch kein sehr gutes Jahr", kommentiert FFA-Vorstand Peter Dinges die Entwicklung.

Verantwortlich für das Besucherplus ist vor allem der deutsche Film. Til Schweigers „Kokowääh" lockte rund 4,3 Millionen Zuschauer in die Kinos und war damit der am meisten gesehene deutsche Film. Er wird gefolgt von „What a Man" mit Matthias Schweighöfer und „Wickie auf großer Fahrt". Insgesamt kommt der deutsche Film auf einen Marktanteil von knapp 22 Prozent - 5 Prozentpunkte mehr als 2010.

Die Gesamtbilanz führt „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2" mit circa 6,5 Millionen Zuschauern an, gefolgt von „Pirates of the Carribean - Fremde Gezeiten" mit 4,4 Millionen Zuschauern und „Kokowääh". Die beiden amerikanischen Filme zählen auch einen hohen Anteil an 3-D-Besuchern.

Der durchschnittliche Eintrittspreis, der nicht zuletzt durch den Vormarsch der teureren 3-D-Filme seit Jahren steigt, lag bei 7,39 Euro. Im Vorjahr waren es noch 7,27 Euro. Die dreidimensionale Übertragungstechnologie wirkt sich auch auf die Besucherzahlen aus. 3-D-Filme kommen bereits auf einen Marktanteil von 22,8 Prozent.

Negativ entwickelt sich dagegen die Anzahl der Spielstätten. Sie ist von 1714 auf 1671 gesunken, die der Filmtheaterunternehmen um 24 auf 1171. Fast zwei Drittel der Schließungen betrifft kleinere Kinos mit ein oder zwei Leinwänden, die in kleineren Städten stehen. pap
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