Killer-App: Mitsubishi fährt Angeber auf Facebook über den Haufen

Donnerstag, 06. September 2012
Das Foto des Angeber-Freundes zerbricht in tausend Einzelteile
Das Foto des Angeber-Freundes zerbricht in tausend Einzelteile

Mein Haus, mein Auto, mein Boot: Wer gerne mit seinen Besitztümern protzt oder seine Freunde mit imposanten Urlaubsfotos von exotischen Reisezielen neidisch machen will, hat mit Facebook die ideale Plattform gefunden. Jeder User des Social Networks hat solche nervigen Leute in seiner Freundesliste. Von Mitsubishi und seiner Agentur 180 in Los Angeles kommt jetzt eine Online-Kampagne, mit der man sich an den Angebern rächen kann. Obwohl die unterhaltsame Kreation für den SUV Outlander Sport perfekt zum Produkt und dem Medium Facebook passt - aus Image-Sicht ist der Auftritt bedenklich. "Mitsubishi Unpretentious" heißt die Facebook-App der japanischen Automarke. Und sie funktioniert so: Facebook-User erlauben der Anwendung durch einen Klick, die eigenen Seiteninhalte und Freunde zu analysieren. Auf diese Weise soll sie den größten Angeber identifizieren. Das Profilbild desjenigen presst die App in einen schönen alten Bilderrahmen und stellt ihn mitten in eine Wüste. In dieser Szenerie kommt plötzlich ein Mitsubishi Outlander angebraust und donnert mitten in das Bild hinein. Das zerstörte Profilfoto zerbricht daraufhin in kleine Stücke.

Unmissverständliche Einladung, die Zerstörer-Anwendung zu starten
Unmissverständliche Einladung, die Zerstörer-Anwendung zu starten
Mit der Kampagne will Mitsubishi seinen SUV als bescheidene und schlichte Alternative zu den als groß, protzig und spritfressend geltenden Geländelimousinen positionieren. Diese Botschaft funktioniert. Dennoch birgt der Auftritt auch Gefahren, denn er wirkt ziemlich aggressiv und ein wenig hinterlistig. Das könnte ebenfalls auf das Markenimage abfärben. Auch wenn es als Spaß gemeint ist - seine eigenen Freunde von einem Auto überfahren zu sehen, ist dann doch etwas makaber.

Auf Agenturseite verantworten Executive Creative Director William Gelner sowie die beiden Kreativdirektoren Grant Holland und Gavin Milner die Arbeit. Die digitale Produktion übernahm Tool, Regie führte Erich Joiner. jm

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