Kika-Skandal: ZDF fordert Schadensersatz vom MDR

Freitag, 30. Dezember 2011
Der Skandal beim Kika ist für den MDR noch nicht ausgestanden
Der Skandal beim Kika ist für den MDR noch nicht ausgestanden
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Der Betrugsskandal beim Kika könnte den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) auch nachträglich noch viel Geld kosten: Die Versicherung des öffentlich-rechtlichen Senders lehnt es ab, für den Schaden aufzukommen. Darüberhinaus will das ZDF, das den Kinderkanal gemeinsam mit der ARD betreibt, nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" eine Kompensation für den entstandenen Schaden. Zur Erinnerung: Ein ehemaliger Herstellungsleiter hatte den Kinderkanal mit Scheinrechnungen um rund 8 Millionen Euro geprellt. Die Vorgänge blieben wegen mangelnder interner Kontrollen beim zuständigen MDR über Jahre unentdeckt. Das Geld ist bis heute verschwunden. Der Herstellungsleiter, der zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde, hat die hinterzogenen Gelder eigenen Angaben im Spielcasino verzockt. ARD und ZDF blieben auf dem Schaden sitzen.

Das ZDF fordert vom MDR nun offenbar einen finanziellen Ausgleich für den Schaden, da die Gelder "zweckentfremdet" wurden. Gegenüber der "SZ" sagte ZDF-Sprecher Alexander Stock, man habe zwar noch keine Forderungen gestellt, man korrespondiere jedoch mit dem MDR "über mögliche Konsequenzen".

Die Versicherung des MDR lehnt es offenbar ab, für den Schaden aufzukommen, weil die internen Kontrollen bei dem Sender versagt hätten. Momentan finden Vergleichverhandlungen zwischen dem Sender und der Versicherung statt. Der Skandal kommt den MDR auch nach der juristischen Aufarbeitung offenbar noch teuer zu stehen. dh
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