Kieler Staatskanzleichef hält ARD-Digitalkanäle für überflüssig

Donnerstag, 08. Dezember 2011
Der Kieler Staatskanzleichef Arne Wulff (Foto: Thomas Eisenkrätzer)
Der Kieler Staatskanzleichef Arne Wulff (Foto: Thomas Eisenkrätzer)

In der Diskussion um die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hat sich Arne Wulff, Chef der Staatskanzlei in Schleswig-Holstein und Mitglied der Rundfunkkommission der Länder zu Wort gemeldet. Er fordert von ARD und ZDF eine bessere Koordination in der Programmplanung und eine stärkere Konzentration auf die Hauptprogramme. Die digitalen Ableger von ARD und ZDF hält er dagegen für teilweise verzichtbar. Es sei "falsch, wenn sich die Anstalten in immer mehr Sparten verlaufen", sagte der CDU-Politiker gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Auch eigene Jugendsender halte er für "fragwürdig". Stattdessen sollten die Öffentlich-Rechtlichen ihre Hauptprogramme "mit entsprechenden Sendungen für Jugendliche geeigneter machen", fordert Wulff.

Den digitalen Kanäle von ARD und ZDF steht er dagegen skeptisch gegenüber. Man müsse prüfen, ob Aufwand und Ertrag hier im Verhältnis stehen, zum Beispiel bei den ARD-Sendern Eins Plus oder Eins Festival. "Man kann diese Kanäle praktisch schließen", ist der Politiker sicher. Bei den Infokanälen sollten beiden Anstalten "sinnvollerweise" gemeinsam einen Sender betreiben.

Grundsätzlich wird Wulff, wenn es um die Abstimmung zwischen den beiden Hauptprogrammen von ARD und ZDF geht. Hier fordert der Politiker eine "abgestimmte Programmplanung": "Wir sollten öffentlich-rechtlich denken". Er sei entsetzt gewesen, dass ARD und ZDF parallel die Hochzeit von Prinz William und Kate aus London übertragen hätten. "Die Öffentlich-Rechtlichen tun sich keinen Gefallen damit, wenn sie sich gegenseitig Konkurrenz um die Zuschauer machen, gerade im Hinblick übrigens im Kampf um das junge Publikum."

Mit der anstehenden Umstellung der Rundfunkgebühren auf eine Haushaltsabgabe wird derzeit wieder einmal verstärkt über die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland diskutiert. Wie genau sich die Umstellung auf die Höhe der Rundfunkgebühren auswirken wird, ist noch unklar. 2014 werden erste Zahlen vorliegen. dh
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