Kartellamt setzt Springer Frist bis 20. Januar

Montag, 19. Dezember 2005
Springer-Chef Mathias Döpfner
Springer-Chef Mathias Döpfner

Nachdem die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) Axel Springer eine weitere Nachspielzeit gegeben hat, die Übernahmepläne von Pro Sieben Sat 1 Media zu modifizieren, räumt nun auch das Bundeskartellamt eine Gnadenfrist ein. Axel Springer hat Fristverlängerung beantragt, die laut einer Behördensprecherin auch bewilligt worden ist. Bis zum 20. Januar 2006 kann der Verlag nun versuchen, die zuständige Beschlussabteilung unter Klaus Paetow von der Unbedenklichkeit des bis zu 4,2 Milliarden schweren Übernahmedeals zu überzeugen. Eigentlich wollte das Kartellamt bis zum 27. Dezember entscheiden. In Branchenkreisen war von einem Verbot der Übernahme ausgegangen. Die KEK, die die Meinungsmacht prüft, hatte sich bei ihrer letzten Sitzung am 13. Dezember kompromissbereit gezeigt, falls Springer weitere Zugeständnisse macht. Um die vermeintlich vorherrschende Meinungsmacht Springers zu brechen, verlangt die Kommission unter dem Vorsitzenden Dieter Dörr die Einrichtung eines unabhängigen Programmbeirats für einen der großen Sender - voraussichtlich für Sat 1. Springer will, dass diese Pläne nun auch vom für die Marktmacht zuständigen Kartellamt berücksichtigt werden. pap



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