Kartellamt greift durch: TV-Vermarkter müssen hohes Bußgeld für unerlaubte Rabattpolitik zahlen

Freitag, 05. Oktober 2007
Werden zur Kasse gebeten: IP-Chef Martin Krapf und Seven-One-Media-Chef Peter Christmann
Werden zur Kasse gebeten: IP-Chef Martin Krapf und Seven-One-Media-Chef Peter Christmann

Das ist ein harter Schlag für die unter heftigem Erlösdruck stehenden Anbieter von Fernsehwerbung. Seven-One Media und IP Deutschland, die sich fast 90 Prozent des TV-Werbemarktes teilen, müssen wegen unerlaubter Rabattpolitik eine empfindliche Strafe zahlen: Seven-One muss 120 Millionen, IP 96 Millionen Euro berappen. Die TV-Vermarkter wollen das Bußgeld akzeptieren, womit das Verfahren eingestellt wird. Beide Anbieter werden in Kürze ein neues Tarifmodell anwenden.

Schon seit dem Sommer ermitteln die Bonner Wettbewerbshüter gegen die Vermarkter. Im Juni wurden jede Menge Unterlagen in Köln und München sowie bei den fünf großen Mediaagenturen beschlagnahmt. Das Kartellamt geht von einem wettbewerbslosen Duopol im TV-Werbemarkt aus: Sharedeals und diverse andere Rabattpraktiken hätten in der Vergangenheit dazu geführt, dass kleinere unabhängige Anbieter aus dem Markt gedrängt wurden. he

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