Kartellamt ermittelt gegen TV-Vermarkter

Mittwoch, 20. Juni 2007
Im Visier des Kartellamts: IP Deutschland und Seven-One Media
Im Visier des Kartellamts: IP Deutschland und Seven-One Media

Am Dienstag dieser Woche erhielten die TV-Vermarkter unangenehmen Besuch. Das Bundeskartellamt ließ die Räume von IP Deutschland in Köln und Seven-One Media in München durchsuchen. Der Verdacht: Die Werbezeitenverkäufer von RTL-Gruppe und Pro Sieben Sat 1, die sich über 80 Prozent der TV-Werbeerlöse teilen, drängen kleinere Anbieter aus dem Markt. Die sogenannten Sharedeals stoßen den Wettbewerbshütern sauer auf: Vereinbarungen mit Großkunden und Agenturnetworks über die Budget-Anteile, die bei den jeweiligen Sendergruppen platziert werden. An die Erfüllung der Shares sind Rabattvereinbarungen geknüpft. Wer jenseits des Duopols einkauft, riskiert insgesamt schlechtere Konditionen - auch wenn die Preise dort deutlich niedriger sind.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, kann das Bundeskartellamt Bußgelder verhängen. Pro Sieben Sat 1 hat in einer Adhoc-Meldung mitgeteilt, die erhobenen Vorwürfe im einzelnen prüfen zu wollen. Man gehe aber nicht davon aus, dass sich der Werbezeitenvermarkter kartellwidrig verhalten hat. he

Weitere Hintergründe sowie aktuelle Daten und Charts zur Entwicklung der TV-Nettowerbeerlöse stehen in der aktuellen Ausgabe von HORIZONT (25/2007), die am 21. 6. erscheint.

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