Karstadt-Quelle will E-Business mit T-Commerce ausbauen

Mittwoch, 30. Mai 2001
Setzt auf T-Commerce: Wolfgang Urban
Setzt auf T-Commerce: Wolfgang Urban

"Das Geschäftsjahr 2000 war für Karstadt-Quelle ein schwieriges, aber im Ergebnis ein erfolgreiches", zeigte sich Wolfgang Urban, Vorstandsvorsitzender von Karstadt-Quelle und Karstadt-Warenhaus, auf der heutigen Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf zufrieden. Zwar konnte der Umsatz um 2,5 Prozent auf 15,2 Milliarden Euro gesteigert werden. Dennoch ist die Lage im Konzern gespannt. Allein im Warenhausbereich muss Urban bis Jahresende 4700 Stellen abbauen, um die Personalkosten dem Wettbewerb anpassen zu können. Allerdings sollen unter anderem im Bereich E-Business einige Stellen hinzukommen. Darüber hinaus dürfte jedoch der Blick auf den Aktienkurs einige zusätzliche Sorgenfalten bereiten.

Erfreulicher ist die Entwickung im Bereich E-Business. Im Bereich B2B ist der Einstieg bei der Einkaufsplattform für Textilien TexYard und die im Februar eingefädelte Beteiligung an Global NetXchange (GNX) zu nennen. Ein lukratives B2C-Geschäftsfeld dürfte T-Commerce sein. Entsprechende Verhandlungen laufen bereits. Dass der Konzern in Zukunft über Dauerwerbesendungen im TV verkaufen will, belegt die Tatsache, dass der Anteil von rund 10 Prozent an Home Shopping Europe gehalten wird. Es ist zu erwarten, dass weitere Sender zumindest als Kooperationspartner gewonnen werden können.

"Der B2C-Bereich wächst sehr stark und gewinnt im Rahmen unseres Multichannel-Netzwerks immer stärker an Bedeutung", zeigt sich Urban zuversichtlich. Im Konzern werden über 50 reine B2C-Shopping-Portale betrieben. "E-Business hat sich zu einem vollwertigen Vertriebskanal entwickelt", meint Urban. Im Geschäftsjahr 2000 stieg die Online-Nachfrage von 109 auf 450 Millionen Euro. Der Umsatzanteil am Versandhandel des Konzerns liegt demzufolge in Deutschland bei 7,3 Prozent. Für 2001 wird eine Nachfrage von 665 Millionen Euro erwartet.

"Es wird immer wieder die Frage gestellt, ob ein Teil unseres E-Business-Umsatzes die Nachfrage in anderen Vertriebskanälen kanibalisiert. Dies ist sicherlich in unterschiedlichem Umfang der Fall, aber nicht der entscheidende Punkt", betont Urban. Eine Multichannel-Strategie verlange eben auch eine Multichannel-Perspektive. Zudem kämen indirekte Erfolgseffekte wie verstärkte Cross-Sellings hinzu. Vor allem im Versandhandel sei der Anteil von Neukunden im Onlinegeschäft deutlich gestiegen. Im Bereich Neckermann-Reisen lag der Neukundenanteil sogar bei 96 Prozent. Die kürzlich gestarteten Portale Karstadt.de und Karstadtsport.de werden sich voraussichtlich positiv auswirken.
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