Karstadt-Quelle New Media und EM-TV erhalten Zuschlag fürs DSF

Dienstag, 13. Mai 2003

Die Übernahme ist perfekt: Das Bieterkonsortium aus Karstadt-Quelle New Media, EM-TV und dem Schweizer Finanzier Hans-Dieter Cleven übernimmt den defizitären Kirch-Sportsender DSF und die Online-Plattform Sport 1. Das Bundeskartellamt hatte die Übernahme vergangene Woche bereits genehmigt. Der Kaufvertrag ist seit geraumer Zeit notariell beurkundet und der Kaufpreis auf ein Treuhandkonto eingezahlt. Nun muss nach der Kommission zur Ermittlung der Konzentration (KEK) nur noch der Medienrat der bayerischen Landesmedienanstalt am 27. Mai zustimmen.

Zunächst werden Karstadt-Quelle New Media und Boris-Becker-Berater Cleven die Unternehmen DSF und Sport 1 übernehmen. EM-TV & Merchandising wird dann über eine konsolidierungsfähige Mehrheit an einer Zwischenholding, an der bislang nur Karstadt-Quelle New Media beteiligt ist , einsteigen. Hauptgesellschafter des DSF wird künftig EM-TV, das durchgerechnet rund 40 Prozent der Anteile halten wird und damit die inhaltliche Führung übernimmt. Die Beteiligung von Partner Karstadt-Quelle New Media wird etwas geringer ausfallen. Cleven steigt mit 22,22 Prozent beim Sportsender ein. EM-TV ist zudem alleiniger Gesellschafter der Sportproduktionsfirma Plazamedia.

Der Werbezeitenverkauf des DSF soll auf jeden Fall in Eigenregie weitergeführt werden. "Bereits am ersten Tag unserer operativen Tätigkeit wird die Vermarktung der große Schwerpunkt sein", erklärt EM-TV-Vorstand Rainer Hüther: "Die Strategie, einen Sender über die Kostenschiene zu sanieren, ist irgendwann ausgereizt. "

Im Zuschauermarkt peilt das Konsortium einen stabilen Marktanteil von über 1 Prozent an. Im April erreichte das DSF im Gesamtmarkt 1 Prozent. In der Kernzielgruppe Männer ist für den Sender mit dem Fokus Fußball und Motorsport ein Marktanteil von 2 bis 3 Prozent geplant. Gespräche mit den Mitarbeitern wollen die Konsortialpartner erst nach der Zustimmung der Medienbehörden führen und dann auch über die Zusammensetzung der Geschäftsführung entscheiden. Der Job von DSF-Geschäftsführer Stefan Ziffzer steht Gerüchten zufolge jedoch als erstes zur Disposition. sch
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