Kanzlerkandidat Steinbrück will Raab nicht als Moderator des TV-Duells

Mittwoch, 13. Februar 2013
Stefan Raab als Moderator des Kanzlerduells: Nicht mit Peer Steinbrück (Bild: Pro Sieben)
Stefan Raab als Moderator des Kanzlerduells: Nicht mit Peer Steinbrück (Bild: Pro Sieben)


SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück lehnt Stefan Raab als Co-Moderator des Kanzlerduells im TV ab. Politik sei keine Unterhaltungssendung, sagte Steinbrück in einem Interview und wies damit den Vorschlag des CSU-Ehrenvorsitzenden Edmund Stoiber zurück, der Raab ins Gespräch gebracht hatte. Pro Sieben Sat.1 kritisiert Steinbrücks Haltung scharf. Der Vorschlag schien forsch, aber durchaus sinnvoll: Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber regte in einem "Spiegel"-Interview an, dass Pro-Sieben-Entertainer Stefan Raab das TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Peer Steinbrück von der SPD mitmoderieren solle. Damit will Stoiber, der auch Vorsitzender des Beirats von Pro Sieben Sat.1 ist, mehr junge Zuschauer für Politik begeistern. Bislang hatten ausschließlich die Nachrichtengrößen von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 das traditionelle TV-Duell moderiert.

Steinbrück zeigt sich von Stoibers Vorstoß allerdings wenig begeistert: Politik sei keine Unterhaltungssendung, sondern ein ernstes Geschäft, ohne dass es dabei humorlos zugehen müsse, so Steinbrück zur "Passauer Neuen Presse". Raab selbst hatte zuletzt einen Vorstoß in das Metier der politischen Talkshows gewagt und die Sendung "Absolute Mehrheit - Meinung muss sich wieder lohnen" ins Leben gerufen. Die zweite Folge der Sendung läuft an diesem Sonntag um 22.50 Uhr auf Pro Sieben.

Außergewöhnlich scharf reagierte Pro Sieben Sat.1 auf die ablehnende Haltung Steinbrücks: "Stefan Raab hat in zwei erfolgreichen Wahlsendungen und einer neuen Talkshow bewiesen, dass er ein ernstes Interesse an politischen Themen hat", sagte ein Sprecher des Medienkonzerns der Nachrichtenagentur dpa. Es könne nicht sein, dass einzelne Politiker versuchten, den Sendern die Gesprächspartner vorzuschreiben. "Steinbrück kneift vor Raab" sei auch "keine schöne Schlagzeile, wenn man eine Wahl gewinnen möchte", so der Sprecher weiter. Auf Nachfrage von HORIZONT.NET heißt es aus dem Unternehmen, dass man gerne mit Raab in das TV-Duell gehen würde. Raab selbst war für ein Statement hierzu bislang nicht zu erreichen.

Doch egal, wem die Spitzenkandidaten letztendlich Rede und Antwort stehen: Mit der kategorischen Ablehnung Raabs als Co-Moderator des TV-Duells dürfte Steinbrücks medialer Fehlstart in den Kampf um das Kanzleramt um ein Kapitel reicher sein. Der SPD-Kanzlerkandidat ist allerdings nicht der erste, der Raab als Co-Moderator des Kanzlerduells für keine gute Wahl hält. Gegenüber "Handelsblatt Online" hatte sich bereits der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki gegen Raab ausgesprochen. "Ich halte das für einen Faschingsscherz – typisch Edmund Stoiber eben", so Kubicki. Lob gab es für Stoibers Vorschlag hingegen von der Jungen Union in Bayern und den Jungen Liberalen. ire
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