Kampagne gegen geplantes Urhebervertragsgesetz

Montag, 17. September 2001
Kampagne soll Bundesregierung zur Umkehr bewegen
Kampagne soll Bundesregierung zur Umkehr bewegen

Mit einer gemeinsamen Kampagne wollen Zeitungs-, Zeitschriften- und Buchverleger sowie Anzeigenblattverlage und Werbeagenturen die Bundesregierung zur Umkehr beim geplanten Urhebervertragsgesetz bewegen. Verleger, Autoren und Künstler schildern die ihrer Meinung nach fatalen Folgen des Gesetzes. Entwickelt wurde die zeitlich unbegrenzte Kampagne von der Berliner Agentur Scholz & Friends.

Kritikpunkte sind nach den Worten des Präsidenten des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen, der einklagbare Rechtsanspruch auf angemessene Vergütung und die Schiedsstelle, die im Zweifel eine Lösung bei Vergütungsfragen anbieten muss. "Wenn das Gesetz so durchkäme, sind die Honorarverträge nicht mehr das Papier wert, auf dem sie stehen", so Heinen zu der zehn Jahre rückwirkend möglichen Klage auf Nachzahlung. Verlage hätten keine Planungssicherheit mehr und würden sicher auf viele freie Mitarbeiter verzichten.

Heinen signalisierte jedoch Gesprächsbereitschaft: "Wir sehen sehr wohl die Möglichkeit, die rechtliche Seite der Verträge zu verbessern." Der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands Werbeagenturen (GWA), Henning von Vieregge, befürchtet, dass die innovative Dienstleistungsbranche in Deutschland lahmgelegt wird. Er bezweifelt, dass die Bundesregierung beweisen könne, dass Kreative nicht angemessen bezahlt werden.
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