Kai Diekmann: "Verdienen mit dem Verkaufen von Bild soviel wie noch nie"

Montag, 03. Januar 2011
Kai Diekmann schaut positiv in die Zukunft der "Bild"
Kai Diekmann schaut positiv in die Zukunft der "Bild"


"Bild"-Chef Kai Diekmann hat trotz sinkender Auflagenzahlen keine Angst vor der Zukunft. In einem Interview mit "Focus" erklärt er, dass die Zeitung mit ihren neuen Konzepten auf dem richtigen Weg ist und auch in Zukunft ihren Platz als Marktführer der Tageszeitungen behaupten wird. Die wichtigsten Voraussetzungen dafür seien die "Bild"-App und ein "dickes Fell" gegen Kritik. Seit Diekmann Chefredakteur der "Bild" ist, ist die verkaufte Auflage insgesamt um 1,2 Millionen Exemplare gesunken. Laut IVW wurden im 3. Quartal 2010 rund 140.000 Exemplare weniger verkauft als im Vorjahr. Und dennoch zeigt sich Diekmann optimistisch: "Wichtig für Anzeigenkunden ist vor allem unsere Reichweite und 'Bild' hat laut Media-Analyse 12,53 Millionen Leser. Hinzu kommen die digitalen Reichweiten von Bild.de, Bild-mobil und natürlich die neuen iPhone- und iPad-Apps." Wer kurzfristig viele Millionen Menschen erreichen will, komme an "Bild" nicht vorbei, so der Chefredakteur. Fernsehen könne eine solche Reichweite nicht mehr bieten, da es durch das breite Senderangebot zu zersplittert sei, so Diekmann weiter. Daher glaube er an die "Kraft, Stärke und Zukunftsfähigkeit der Zeitung."

Im Dezember hatte die "Bild" eine eigene kostenpflichtige Applikation für das iPad gestartet. Nach eigenen Angaben habe sich die App seit dem Start an die Spitze der Verkaufscharts gesetzt. "Uns geht es vor allem darum, eine jungen Generation zu erreichen", sagt Diekmann. Mit seinen digitalen Angeboten will "Bild" parallel zur Printausgabe "sehr viel Geld verdienen" - vor allem durch Werbekunden.

Die Frage, ob nach zehn Jahren als Chefredakteur bald ein Sitz im Vorstand von Axel Springer anstehe, verneint er: "Mein Job als Chefredakteur hat gewiss einen größeren Spaßfaktor, als ihn ein Vorstandsposten je bieten könnte." hor
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