Kabelverkauf steht vor dem Aus

Montag, 18. Februar 2002

Der US-Medienkonzern Liberty Media und die Deutsche Telekom haben beim Bundeskartellamt fristgerecht ihre Stellungnahmen zum strittigen Kabelnetz-Geschäft eingereicht. Liberty erklärte, es habe keine Konzessionen gemacht, um das Kartellamt noch zur Genehmigung des geplanten Kaufs der Telekom-Breitbandkabelnetze zu bewegen. Damit ist die geplante Übernahme der regionalen Telekom-TV-Kabelnetze durch Liberty Media so gut wie gescheitert.

Das Bundeskartellamt hatte wiederholt deutlich gemacht, dass es eine marktbeherrschende Stellung des US-Konzerns im deutschen Kabelmarkt befürchtet und vergangene Woche auch die geplante Übernahme des privaten Kabelnetz-Betreibers Telecolumbus abgemahnt. Doch den vom Bundeskartellamt geforderten zügigen interaktiven Ausbau der Kabelnetze wollte sich Liberty-Gründer John Malone wiederum von der Deutsche Telekom mit erheblichen Nachlässen auf den ausgehandelten Kaufpreis von 5,5 Milliarden Dollar kompensieren lassen. Zu diesem Zugeständnis war wiederum der Telekommunikationskonzern nicht bereit, der den Erlös aus dem Kabelverkauf dringend benötigt, um seinen eigenen Schuldenberg von 69 Milliarden Euro abzubauen.
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