Kabelnetzbetreiber Ish bekommt zweite Chance

Freitag, 27. September 2002

Der angeschlagene nordrhein-westfälische Kabelnetzbetreiber Ish sieht wieder Licht am Ende des Tunnels. Banken und Lieferanten haben ein Rettungspaket geschnürt, mit dessen Hilfe die Existenz des Unternehmens zumindest für die nächsten Jahre gesichert sein soll. Derzeit empfangen rund 4,2 Millionen Haushalte in Nordrhein-Westfalen über das Ish-Netz Fernseh- und Hörfunkprogramme.

Nach Angaben des Unternehmens verzichten Banken und Lieferanten auf Forderungen in Höhe von 200 Millionen Euro. Außerdem stellen die Kreditinstitute weitere Mittel in Höhe von 115 Millionen Euro zur Verfügung. Konsortialführer ist die Ctigroup, auch Deutsche Bank und die West LB sollen involviert sein. Auf Lieferantenseite ist die Deutsche Telekom federführend.

Die Rettungsaktion wird auf Seiten des Kabelnetzbetreibers amit einem Personalabbau flankiert: Von den derzeit knapp 1700 Beschäftigten müssen 480 ihren Schreibtisch räumen. Bereits im Frühjahr wurden mehrere hundert Arbeitsplätze abgebaut. Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin will Ish spätestens in zwei Jahren einen neuen Investor präsentieren. Dabei werden dem amerikanischen Konzern Liberty Media gute Chancen auf einen Einstieg eingeräumt.

In diesem Jahr rechnet Ish mit einem Verlust. Der Umsatz soll in diesem Jahr auf rund 400 Millionen Euro steigen - 2001 lag er bei 388 Millionen Euro. Zum aktuellen Schuldenstand wollte das Unternehmen keine Angaben machen.
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