Kabelanbietern geht es dank Finanzinvestoren wieder gut

Mittwoch, 04. Juli 2007
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Kabelindustrie Gesamtumsatz Deutschland Michael Schmid


Die europäische Kabelindustrie steht wieder auf gesunden Beinen. Der Gesamtumsatz der Kabelnetzbetreiber lag Ende 2006 bei rund 17 Milliarden Euro und hat sich damit seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt. Das ist das Ergebnis des Branchenreports "The European Broadband Cable 2007" der Marktforschungsunternehmen Screen Digest und Goldmedia. Der Report analysiert die Situation von 120 Kabelanbietern in 22 europäischen Ländern. Der Studie zufolge verdanken die Anbieter den Aufschwung vor allem den erheblichen Investitionen durch Private-Equity-Gesellschaften. Seit 2002 sind demnach rund 16 Milliarden Euro in die europäischen Kabelmärkte geflossen. Dadurch konnten die Anbieter in den Ausbau ihrer Infrastruktur investieren.

Die Zahl der Haushalte, die einen digitalen Kabelanschluss haben, lag 2006 bei 16 Prozent, ein Anstieg von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Internet- und Telefondienste machen inzwischen rund 40 Prozent des gesamten Umsatzes der europäischen Kabelnetzbetreiber aus. Im Jahr 2000 waren es nur 22 Prozent.

In diesem Bereich sehen die Autoren der Studien auch die größten Wachstumschancen für die Kabelnetzbetreiber. In Deutschland ist dieser Markt allerdings noch vergleichsweise unterentwickelt: "Der Grund ist die besondere Struktur des deutschen Kabelmarktes", erklärt Goldmedia-Berater Michael Schmid. Das Problem sei die so genannte letzte Meile: "Die Wohnung des Kunden kann oftmals nicht angeschlossen werden, weil die letzten Meter bis zur Wohnungstür noch nicht ausgebaut sind oder weil Uneinigkeit über die Vermarktung mit dem Besitzer der Hauskabelnetze besteht." dh

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