Kabel New Media-Chef Peter Kabel tritt zurück

Montag, 03. September 2001

Peter Kabel, Chef des insolventen Hamburger Internetdienstleisters Kabel New Media, ist zurückgetreten. Wer nun die Geschäfte des angeschlagenen Unternehmens weiterführen wird beziehungsweise ob überhaupt ein neuer Chef gesucht wird, ist bislang noch unklar. Auch Kabel-Sprecher Stefan Meyhöfer konnte eine mögliche Nachfolgeregelung nicht kommentieren. Fritz Mathys, Finanzvorstand und stellvertretender Vorstandsvorsitzender bei Kabel New Media, hatte bereits Anfang August das Handtuch geworfen.

Zudem wurde das Anfang Juli beantragte Insolvenzverfahren nun offiziell eröffnet. Davon betroffen sind die Kabel New Media AG sowie die jeweiligen Gesellschaften in Hamburg, Berlin, München, Bonn und Friedrichshafen. Die Geschäftstätigkeit von Kabel New Media Hamburg soll den Angaben zufolge teilweise im eröffneten Verfahren fortgeführt werden. Gerüchte, denen zufolge die Mitarbeiter zum 1. September freigestellt werden sollten, dementiert Meyhöfer. "Es wurden bereits Mitarbeiter freigestellt, aber bei weitem nicht alle Kabel-New-Media-Mitarbeiter. Rund 100 Mitarbeiter sind gegangen," erklärt er. In Hamburg arbeiten noch rund 150 Mitarbeiter für den Multimedia-Dienstleister. Über ihre Zukunft wird nun unter anderem mit dem Betriebsrat verhandelt.

Derzeit laufen noch Gespräche zwischen Kabel New Media und der Werbeagentur BBDO Deutschland, die offenbar einzelne Kunden und Niederlassungen des Unternehmens kaufen will. Im Mittelpunkt der Verhandlungen, die laut BBDO-Sprecher Thomas Huber voraussichtlich bis Ende der Woche abgeschlossen sein sollen, steht derzeit der Standort Köln. Auch die Niederlassung in Hamburg, wo der Großkunde BMW betreut wird, könne noch Gegenstand der Gespräche werden, so Huber. Kabel-Sprecher Meyhöfer dementiert indes Gerüchte, für die BMW-Unit werde ein neuer Leiter gesucht: "Davon weiß ich nichts."

Mit weiteren potenziellen Kaufinteressenten werde zudem über eine Übernahme der gesamten Kabel-Gruppe verhandelt, sagt Meyhöfer, der sich allerdings bezüglich der Übernahmekandidaten bedeckt hält. Zuvor waren bereits Verhandlungen zwischen Kabel New Media und WWL Internet, Sinner Schrader sowie Shaken nor Stirred über den Verkauf von Unternehmensanteilen gescheitert. Unter Dach und Fach ist jedoch der Verkauf von Kabel E-Solutions an das Hamburger IT-Beratungsunternehmen W-Center Consulting.
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