Kabel Deutschland schränkt Leistung für ARD und ZDF ein

Dienstag, 08. Januar 2013
KDG macht Ernst und schränkt das Angebot von ARD und ZDF ein
KDG macht Ernst und schränkt das Angebot von ARD und ZDF ein


Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland zieht im Streit über die Einspeisegebühren mit ARD und ZDF die Daumenschrauben an. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, werde man ab sofort "Anpassungen" bei der digitalen Übertragung von ARD und ZDF vornehmen. Unter anderem stellt KDG Zusatzleistungen und regionale Varianten der Dritten Programme ein. Der Kabelnetzbetreiber und die Öffentlich-Rechtlichen streiten sich über die Vergütung für die Verbreitung der Programme. ARD und ZDF hatten im Sommer die Einspeiseverträge mit Kabel Deutschland und Unitymedia Kabel BW gekündigt. Es sei nicht mehr marktgerecht, Gebührengelder für die gesetzliche vorgeschriebene Verbreitung von öffentlichen-rechtlichen Sendern zu bezahlen, begründeten ARD und ZDF den Schritt.

Kabel Deutschland hatte bereits im November mit Konsequenzen gedroht, sollten ARD und und ZDF auf ihrer Position beharren. Nun macht der Kabelnetzgigant ernst und streicht alle Leistungen, zu denen er nicht gesetzlich verpflichtet ist. "Alle öffentlich-rechtlichen Programme werden weiter übertragen. Es entfallen lediglich Zusatzleistungen, die über den gesetzlichen Rahmen hinausgehen", betont Manuel Cubero, Mitglied des Vorstands von Kabel Deutschland.

So wird unter anderem die Bandbreite für die digitale Übertragung der öffentlich-rechtlichen Sender reduziert - laut KDG wird die Bandbreite damit an den "Plattformstandard" angepasst, der auch für alle anderen Sender gelte. Darüberhinaus fliegen diverse Dritte Programme aus dem Kabelnetz. Ab sofort wird jedes Dritte Programm nur noch in einer regionale Variante verbreitet. In Sachsen wird beispielsweise nur noch MDR Sachsen eingespeist, aber nicht mehr zusätzlich MDR Sachsen-Anhalt und MDR Thüringen.

"Es ist unverständlich, dass ARD und ZDF für die Versorgung von knapp der Hälfte Fernsehhaushalte keine Entgelte mehr entrichten wollen, obwohl sie für den Signaltransport an Satellit und DVB-T und für das IP-Streaming im Internet bezahlen. Wir bedauern diese Haltung, hoffen aber nach wie vor auf die Bereitschaft der Öffentlich-Rechtlichen, eine rasche Einigung mit uns zu erzielen." ARD und ZDF haben bislang allerdings keine Anstalten gemacht, von ihrer Position abzuweichen. Nun werden wohl die Gerichte entscheiden müssen. Kabel Deutschland hat vor mehreren Gerichten Klage gegen die einseitige Aufkündigung der Verträge eingereicht. dh
Meist gelesen
stats