Kabel Deutschland macht Zugeständnisse

Mittwoch, 01. September 2004

Nach den Einwänden des Kartellamts gegen eine Übernahme der regionalen Kabelnetzbetreiber Ish, Iesy und Kabel BW durch Kabel Deutschland (KDG) hat das von amerikanischen Investoren getragene Unternehmen nun umfassende Zusagen beschlossen, die eine Übernahme doch noch möglich machen sollen. Dazu gehört unter anderem der Ausbau von Breitband-Internetzugängen über Kabel, den das Kartellamt gefordert hat. In den nächsten zehn Jahren sollen 80 Prozent der anschließbaren Haushalte (21 Millionen Wohneinheiten) mit dem High-Speed-Zugang versorgt werden. KDG plant Investitionen in Höhe von 1,8 Milliarden Euro, die Hälfte davon soll in den Ausbau der Netze für Internet fließen.

Den großen Free-TV-Sendern bietet das Unternehmen an, die Einspeiseentgelte für den analogen Transport von TV-Signalen in den nächsten zehn Jahren nicht zu erhöhen. Die bisher geforderte Grundverschlüsselung im Digitalkabel, die für die Nutzer nur gegen Gebühr aufgehoben werden sollte, wird aufgegeben - allerdings lediglich bis 2007. Bis 2009 will KDG außerdem keine eigenen Content-Rechte erwerben.

Anderen Programmanbietern soll eine offene Plattform garantiert werden, über die Programme direkt an den Endkunden oder über KDG beziehungsweise Drittanbieter vermarktet werden können. Des weiteren will KDG ihre Anforderungen an die für den Digitalempfang notwendige Set-Top-Box reduzieren und in diesem Zuge auf die Einführung eines elektronischen Programmführers (EPG) verzichten. Zu der von den großen Privatsendern verlangten Beteiligung an den Gebühren im Digitalkabel nach amerikanischen Vorbild hat KDG bisher keine Stellung bezogen.

Der Zusammenschluss der vier regionalen Kabelnetzbetreiber, der durch die Zusagen erreicht werden soll, führe laut KDG-Chef Roland Steindorf "zu mehr Wettbewerb im Internet- und TV-Markt". Nach der Übernahme würde KDG sämtliche Kabelnetze in Deutschland kontrollieren. he
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