Kabel Deutschland: Kartellwächter fällen erstes Urteil

Montag, 23. August 2004

Das Bundeskartellamt hat die Übernahme weiterer Netze durch den Kabelanbieter Kabel Deutschland (KDG) in der geplanten Form abgelehnt. Deutschlands größter Netzbetreiber KDG will für rund 2 Milliarden Euro Ish in Nordrhein-Westfalen, Iesy in Hessen und Kabel Baden-Württemberg übernehmen.

KDG hat nun die Möglichkeit, weitere Argumente und Stellungnahmen auf die 80-seitige Zwischenbilanz, die das Kartellamt morgen genauer begründen will, einzureichen. Das Unternehmen signalisiert bereits ein gewisses Entgegenkommen. Bis zum bis zum 7. Oktober wird das endgültige Urteil erwartet.

Die großen Free-TV-Sender sind gegen den weiteren Machtzuwachs der KDG. Sie wollen den Zugang zum Kunden in der digitalen Welt selbst in den Händen behalten und fürchten, dass KDG auch als Programmveranstalter auftreten könnte.

Im neuen KDG-Angebot "Kabel Digital Free", dass Ende September starten soll, sind RTL und Pro Sieben Sat 1 bislang nicht vertreten. Die Sender fordern von KDG Kapazitäten für ihre eigenen digitalen Spartenkanäle sowie eine Beteiligung an der Kabel-Gebühr nach US-amerikanischem Modell. Erst dann sind sie bereit, ihre starken Marken als Zugpferde vor den KDG-Karren zu spannen. he
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