KKR und Permira verkaufen sämtliche Vorzugsaktien von Pro Sieben Sat 1

Donnerstag, 14. Februar 2013
Pro Sieben Sat 1 könnte nach der Hauptversammlung im Herbst den Besitzer wechseln
Pro Sieben Sat 1 könnte nach der Hauptversammlung im Herbst den Besitzer wechseln


Die Finanzinvestoren KKR und Permira trennen sich von sämtlichen Vorzugsaktien der Pro Sieben Sat 1 Media AG. Mit dem Verkauf der Anteile, die rund 9 Prozent des Grundkapitals von Pro Sieben Sat 1 entsprechen, könnten die beiden Hauptgesellschafter ihren Ausstieg aus dem TV-Konzern einleiten.
Mit dem Verkauf der 19,7 Millionen stimmrechtslosen Vorzugsaktien an institutionelle Investoren fließen KKR und Permira rund 485 Millionen Euro zu, die damit einen Teil des auf rund zwei Millliarden Euro geschätzten Schuldenbergs der Holding Lavena abtragen. Die stimmrechtslosen Vorzugsaktien von Pro Sieben Sat 1 befinden sich damit nun vollständig in Streubesitz. Lavena hält nun noch 88 Prozent der Stammaktien beziehungsweise 44 Prozent des Grundkapitals an dem TV-Konzern.

Beobachter werten den Verkauf der Vorzugsaktien als Einstieg in den Ausstieg von KKR und Permira bei Pro Sieben Sat 1. "Jetzt hat der Zug den Bahnhof wirklich verlassen", kommentierte ein Insider den Verkauf gegenüber dem "Manager Magazin". Der Zeitpunkt ist günstig: Die Aktie notierte zum Zeitpunkt des Verkaufs bei 24,60 Euro - im März 2009 war das Papier kurzzeitig auf unter einen Euro gefallen.

Medienberichten zufolge haben KKR und Permira im Frühjahr die Investmentbank JP Morgan mit der Prüfung von Verkaufsoptionen für Pro Sieben Sat 1 beauftragt. Wahrscheinlichstes Szenario ist eine Platzierung der Stammaktien an der Börse. Der Vorstand will der Hauptversammlung eine Umwandlung der stimmrechtslosen Vorzugsaktion in stimmberechtige Stammaktien vorschlagen. Damit würden sämtliche Stammaktien zum Börsenhandel zugelassen.

Als mögliche Interessenten für eine Übernahme werden die Medienkonzerne Axel Springer, Silvio Berlusconis Mediaset, News Corp und Tuner gehandelt. dh
Meist gelesen
stats