KKR und Permira verkaufen Anteile von Pro Sieben Sat 1

Donnerstag, 13. Januar 2011
CEO Thomas Ebeling hat Pro Sieben Sat 1 wieder attraktiv gemacht
CEO Thomas Ebeling hat Pro Sieben Sat 1 wieder attraktiv gemacht


Die Holdinggesellschaft Lavena, die den Finanzinvestoren KKR und Permira gehört, trennt sich von 8 Millionen stimmrechtslosen Vorzugsaktien von Pro Sieben Sat 1. Das entspricht 3,7 Prozent des Grundkapitals. Damit ändert sich jedoch nichts an der Kontrolle über den TV-Konzern, der seit 2006 in Besitz der beiden Finanzinvestoren ist. Der Verkauf soll vor allem die Liquidität der Lavena verbessern und der Schuldenrückzahlung dienen.
Lavena hält weiterhin 88 Prozent der stimmberechtigten Stammaktien von Pro Sieben Sat 1, die übrigen 12 Prozent liegen bei der niederländischen Telegraf-Gruppe. Am Grundkapital werden KKR und Permira nach Abschluss der Transaktion weiterhin 53 Prozent halten. Die Aktie notierte Mittwochabend bei 24,53 Euro und hat ihren Wert unter der Führung von CEO Thomas Ebeling in den vergangenen zwei Jahren verfünffacht. Das Volumen der Transaktion beläuft sich auf rund 200 Millionen Euro.

Lavena schleppt ebenso wie Pro Sieben Sat 1 einen Schuldenberg mit sich herum. Im Mai 2009 wurden dieser bei Lavena in Presseberichten auf 1,8 Milliarden Euro beziffert. Pro Sieben Sat 1 kommt auf Nettofinanzschulden von aktuell 3,28 Milliarden Euro (Stand 30.9.2010). Das TV-Unternehmen musste 2007 für 3,3 Milliarden Euro den niederländisch-skandinavischen TV-Konzern SBS kaufen, der ebenfalls KKR und Permira gehörte, und den Kauf über Kredite finanzieren. Die Finanzinvestoren profitierten wiederum vom Verkaufserlös.

Nun steht ein erneuter Eigentümerwechsel an. Nachdem Ebeling die operativen Kennziffern und den Aktienkurs nach den schwierigen Jahren 2008 und 2009 nach oben gebracht und ein umfangreiches Sparprogramm umgesetzt hat, ist der Konzern wieder attraktiv für Investoren geworden. Da ein Verkauf an einen neuen Eigentümer in Deutschland aus kartell- und konzentrationsrechtlichen Gründen schwierig werden dürfte, steht nun auch ein Ausstieg über die Börse im Raum. Nach Medienberichten prüfen KKR und Permira derzeit die Optionen. pap
Meist gelesen
stats