KEK berät erneut über Springer-Übernahme

Mittwoch, 14. Dezember 2005

Das Tauziehen um Axel Springers Übernahme von Pro Sieben Sat 1 Media geht in die nächste Runde. Das für die Prüfung von Meinungsmacht zuständige Kontrollgremium KEK hat bei seiner Sitzung am Dienstag den modifizierten Antrag einer eingehenden Prüfung unterzogen - mit bisher unklarem Ausgang. Springer hat sich noch einmal kräftig ins Zeug gelegt, um das Ruder herumzureißen. Verlagschef Mathias Döpfner hat der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) unter Vorsitz des Mainzer Professors Dieter Dörr unter anderem angeboten, einen Fernsehbeirat nach dem Vorbild von ARD und ZDF einzurichten. Dieser könnte die von der KEK zu prüfende Meinungsmacht Springers kontrollieren, so die Überlegung. Der Beirat - sieben jeweils drei Jahre tätige anerkannte Personen des öffentlichen Lebens - sollen laut "Spiegel" über die Grundsätze zur Trennung von redaktionellem Inhalt und Werbung bei der Münchner Sendergruppe wachen. Die Mitglieder würden zwar von Springer gewählt, aber von den Landesmedienanstalten genehmigt werden. Gegenüber dem Bundeskartellamt hat Döpfner ebenfalls Zugeständnisse gemacht. So soll er der Bonner Behörde unter anderem angeboten haben, die Beteiligung am Tiefdruckunternehmen Prinovis zu verkaufen. Die zuständige Beschlussabteilung unter Leitung von Klaus Paetow hat bis 27. Dezember Zeit für ihr Urteil. Die Entscheidung könnte aber schon in den nächsten Tagen fallen. pap
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