KDG investiert mehrere Millionen Euro in Werbung für das Paket Kabel Digital Home

Dienstag, 28. September 2004

Einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag steckt Kabel Deutschland (KDG) ab Oktober bis Jahresende in die Werbung für sein neues digitales Programmpaket "Kabel Digital Home". Die crossmediale Kampagne von Jung von Matt/Spree läuft deutschlandweit, obwohl die KDG nach der gescheiterten Übernahme von Iesy in Hessen, Ish in Nordrhein-Westfalen und Kabel Baden-Württemberg das Paket nicht flächendeckend anbietet.

Der mit über 10 Millionen Kunden größte deutsche Anbieter auf der Netzebene 3 hatte seine Übernahmepläne nach zwei Abmahnungen des Kartellamts vergangene Woche aufgegeben. Behördenchef Ulf Böge hatte die marktbeherrschende Stellung eines deutschlandweit agierenden Netzbetreibers befürchtet. Dass die vier Anbieter schon jetzt durch ihre regionale Ausrichtung kaum in Konkurrenz zueinander treten, und mit Satellit und terrestrischem Fernsehen weitere Konkurrenzsysteme auf dem Markt sind, ließ der Wächter nicht gelten.

Ob sich die drei kleinen Anbieter, die die Bundesländer Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg mit Programmen versorgen, nun zu dritt zusammenschließen werden oder enger mit der KDG kooperieren, ist derzeit unklar. KDG-Chef Roland Steindorf zeigt sich zumindest offen für eine engere Zusammenarbeit. Alle vier Anbieter sind seit ein bis zwei Jahren mit digitalen Angeboten on Air.

Bis zu 500 Sender können in das Kabelnetz eingespeist werden, wenn die bislang 34 Kanäle technisch aufgerüstet sind. Die Weiterentwicklung ist teuer. Steindorf spricht von einem dreistelligen Millionen-Euro-Betrag, der bislang in die Umrüstung geflossen ist. Von der Weiterentwicklung profitieren vor allem kleinere Sender, die nur via Satellit empfangbar waren. Die Platzhirsche Pro Sieben Sat 1 und RTL stehen den umtriebigen Neulingen denn auch skeptisch gegenüber.

Kabel Digital Home ist das dritte digitale Paket, mit dem die KDG an den Markt geht. Die Erwartungen der Münchner sind hoch. Kommen die beiden Pakete Kabel Digital Basic mit Premiere-Ablegern und Kabel Digital International mit fremdsprachigen Sendern bislang auf rund 115.000 Kunden, soll das neue Paket die Zahl der Abonnenten bis Jahresende auf 300.000 steigern.

Die Kunden zahlen zusätzlich zur regulären Kabelgebühr 9 Euro monatlich und müssen sich einen Decoder kaufen, der im Handel ab 100 Euro kosten soll. Um das Paket anzuschieben, startet in der 1. Oktoberhälfte die lange angekündigte Kampagne von Jung von Matt/Spree mit TV-Spots, Anzeigen und Online (Mediaplanung: OMD). Darin werden einzelne Sender verstärkt beworben. pap

Mehr dazu in der HORIZONT-Ausgabe 40/2004.
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