JvM-CEO Peter Figge im Interview: "Viele Vorurteile, wenig Realität"

von HORIZONT Online
Donnerstag, 21. Februar 2013
Peter Figge ist seit 2010 Vorstandssprecher bei Jung von Matt (Foto: JvM)
Peter Figge ist seit 2010 Vorstandssprecher bei Jung von Matt (Foto: JvM)
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Mit eitlen Alphatieren, denen zwischen zwei Cocktails mal eine geniale Idee für den Dreh eines 30-Sekünders am brasilianischen Strand kommt, hat Werbung nichts zu tun – genauso wenig wie Ausbeutung von Beschäftigten seiner Agentur, sagt JvM-Chef Peter Figge und schildert im HORIZONT-Interview seine Sicht auf die Branche und das Innenleben von Jung von Matt. Sie lassen arbeiten bis zum Umfallen, zahlen schlecht und halten sich für besser als andere Werber. Was ist dran an dem Urteil über Jung von Matt und seine Chefs, das immer wieder zu lesen und zu hören ist?
Nichts.

Wie ist es denn wirklich, bei Jung von Matt zu arbeiten?
Natürlich ausschließlich toll! Aber mal im Ernst: Jung von Matt ist eine starke Agenturmarke und bietet ein sehr breites Spektrum an Kompetenzen an. Damit steht Jung von Matt für ganz unterschiedliche, spannende Jobs, vom Copywriter über den Conceptionist bis zum Application Developer. Diese berufliche Vielfalt ist verbunden mit einer Atmosphäre, die gleichzeitig sehr professionell ist, aber auch große kreative Freiräume für unsere Mitarbeiter lässt. Das bietet einer Vielzahl von Individuen und Interessen ausreichend Platz.

Das scheint aber bei einem Teil der für Sie interessanten Talente nicht anzukommen – anders als die genannten Vorwürfe. Die Branche klagt laut über ein Nachwuchsproblem – Jung von Matt auch?
Ein klares Nein. Ich kann dieses Wehklagen nicht teilen: Wir sind der qualitative Marktführer, können unsere Stellen immer noch alle besetzen und gehen davon aus, dass das in Zukunft auch so bleiben wird.

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Das komplette Interview mit Peter Figge lesen Sie in der HORIZONT-Ausgabe 8/2013 vom 21. Februar. Figge beantwortet darin weitere Fragen etwa zur Bezahlung bei Jung von Matt und Jobalternativen für kreativen Nachwuchs jenseits der Agenturen.

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Dennoch gründet Jung von Matt derzeit eine Akademie, um Kreative selbst auszubilden – aber auch um beim Nachwuchs präsenter zu sein. Warum?
Die Anforderungen an die Agenturen und ihre Mitarbeiter sind beständig gewachsen. Wir als kreativer Marktführer haben uns deshalb entschieden, Talente selbst aus- und weiterzubilden. Nur so bleiben wir bei allen potenziellen interessanten Talenten auf dem Radar, wenn sie sich nach einem Job umschauen, und korrigieren gleichzeitig deren Bild von Kommunikationsagenturen.

Wie sieht dieses Bild denn aus?
Viele Studenten und Absolventen haben ein altertümliches Bild von einer Werbeagentur im Kopf, das nicht über das Klischee der 80er Jahre hinausgeht: Werber, die eitlen Alphatiere, denen zwischen zwei Cocktails mal eine geniale Idee für den Dreh eines 30-Sekünders am brasilianischen Strand kommt. Aufgaben wie beispielsweise Games-Design ordnen sie einer Agenturgruppe wie Jung von Matt nicht zu, obwohl das neben vielem anderen inzwischen zu unserem Portfolio gehört. Gleichzeitig gibt es heute für junge Kreative unglaublich viele Jobalternativen jenseits der Agenturbranche.

Mit Ausbeutung und schlechter Bezahlung hat das Nachwuchsproblem also nichts zu tun?
Ich kann nicht für alle Agenturen in Deutschland sprechen. Aber die Vorurteile über die Arbeitsbedingungen bei Jung von Matt sind eben häufig Vorurteile und selten Realität.
Interview: Eva-Maria Schmidt
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