Jupiter-Studie: Europäer nutzen die Online-Medien zu wenig

Mittwoch, 19. Mai 1999
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Der Online-Markt in Europa wird zwar in den nächsten Jahren erheblich wachsen. Problematisch bleibt jedoch, daß in Europa das Internet insgesamt zu wenig genutzt wird. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung des Marktforschers Jupiter Communications. Laut Jupiter wird sich die Gesamtzahl der Online-Haushalte in Westeuropa innerhalb der nächsten fünf Jahre verdreifachen, also von derzeit 14 Millionen (9 Prozent) auf 47 Millionen Haushalte (31 Prozent) im Jahr 2003. Dieser Anstieg wird den Abstand zwischen Westeuropa und den USA, was die Gesamtanzahl der Haushalte mit Online-Anschluß betrifft, verkleinern, jedoch nicht schließen. Die Analysten empfehlen, daß die Anbieter in Europa ihre Kunden verstärkt dazu motivieren müssen, mehr Zeit online zu verbringen - trotz der in Europa dabei berechneten Telefongebühren zum Ortstarif. "Es wird fälschlicherweise angenommen, daß der europäische Internetmarkt in seiner Entwicklung lediglich ein bis zwei Jahre hinter dem amerikanischen Markt hinterher ist, aber es gibt auch strukturelle Unterschiede zwischen diesen beiden Märkten," sagte Phil Dwyer, Managing Director der Jupiter Communications in Europa. "Die telefonische Nutzungsdauer wird berechnet, und das allein wird auch weiterhin das Wachstum von Online-Werbung, Content und Commerce-Geschäfte in Europa klein halten und damit die Nutzung des Internet behindern." Jupiter rät den europäischen Internet-Unternehmen, eine Reihe von "free-to-air"-Modellen mit Werbungs-, Commerce- und Content-Partnern zu verknüpfen, um die Nutzung und die Akzeptanz des Internet zu erhöhen und um Marktanteile zu gewinnen. Diese Modelle beinhalten den freien, nicht taxierten Zugang zum Internet zu Discount- und Subventionskonditionen und müssen auf die einzelnen Länder, entsprechend der jeweiligen nationalen Marktbedingungen, abgestimmt sein.
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