Jürgen Richter will Sanierungskonzept von Roland Berger umsetzen

Montag, 06. Januar 2003

Jürgen Richter, Vorstandsvorsitzender bei Pixelpark, will am Sanierungskonzept festhalten, das in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Roland Berger erstellt wurde. Wie aus Unternehmenskreisen bekannt wurde, hat Richter dies bei seiner Antrittssitzung mit der Führungsmannschaft von Pixelpark am heutigen Montag versichert. Damit nimmt der ehemalige Bertelsmann-Springer-Chef etwas Hektik aus den andauernden Querelen um die Ablösung von Pixelpark-Gründer Paulus Neef durch den Aufsichtsrat des Internetdienstleisters Ende Dezember.

Kampflos will Paulus Neef indes Pixelpark nicht aufgeben. Nachdem er Ende Dezember vom Aufsichtsrat entmachtet wurde, hat sich der Gründer des Berliner Internetdienstleisters nun kämpferisch zurückgemeldet: "Schon als Gesellschafter habe ich ein Interesse, dass Vermögen nicht mutwillig zerstört wird", sagte Neef der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Gegen den Rauswurf werde er juristisch vorgehen.

Der Rauswurf durch den Aufsichtsrat kam für Neef offenbar überraschend. Zuvor hatte eine Unternehmenssprecherin noch versichert, Neef werde "engagiert dabei bleiben, um das gemeinsam mit der Unternehmensberatung Roland Berger erarbeitete Sanierungskonzept umzusetzen". Nachdem Bertelsmann vor kurzem 40,2 Prozent seiner 60 Prozent Anteile an zwei Investoren verkauft hat, die dem Umfeld von Neef zugerechnet werden, scheinen seine Chancen auf ein Comeback tatsächlich wieder zu steigen. Denn die neuen Eigentümer Wolf-Dieter Gramatke und Axel Fischer haben Neef ihre Unterstützung bereits zugesichert und wollen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung seine Rückkehr durchsetzen. Ein formeller Antrag eine solche einzuberufen liegt allerdings noch nicht vor.
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