Journalisten sehen Online-Erlöspotential skeptisch

Donnerstag, 03. September 2009
Führt gemeinsam mit Faktenkontor Medien-Trendmonitor durch
Führt gemeinsam mit Faktenkontor Medien-Trendmonitor durch
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Faktenkontor Geschäftsfeld Verlag Twitter


Online- und Multimedia-Aktivitäten bei Verlagen sind in aller Munde. Trotzdem stehen Journalisten den neuen Geschäftsfeldern teils skeptisch gegenüber. Das zeigt die Studie Medien-Trendmonitor, die von der DPA-Tocher News Aktuell und Faktenkontor durchgeführt wurde. Mehr als 2100 Journalisten äußerten in einer Online-Befragung zwischen April und Mai dieses Jahres ihre Meinung in Bezug auf die weitere Entwicklung des Journalismus. Demnach glaubt fast die Hälfte der Befragten, dass Internetangebot der Verlage sich in absehbarere Zeit eher nicht selbst finanzieren können, ein Drittel hält es immerhin für "eventuell" möglich. Interessant: Journalisten aus den Bereichen Online und Multimedia sehen die Lage optimistischer. Jeder Fünfte glaubt an die finanzielle Unabhängigkeit der Angebote. Nur knapp 4 Prozent der Redakteure in Nachrichtenagenturen teilen diese Einschätzung.

Obwohl die befragten Journalisten skeptisch sind, ob Internetangebote sich wirtschaftlich selbst tragen können, rechnen sie mit einem Ausbau der Web-Auftritte. Insbesondere bei Online-Nachrichten geht mehr als die Hälfte (56,7 Prozent) der Redakteure davon aus, dass Bewegtbildangebote "stark" oder "sehr stark" an Bedeutung gewinnen. Diese Entwicklung zeigt sich bereits dadurch, dass TV-Sender ihre Programme teilweise im Netz zur Verfügung stellen. Radiostationen bauen ihr Webcastangebot ebenso aus.

Den Versand von Kurzmitteilungen durch das Online-Netzwerk "Twitter" hält jedoch fast jeder zweite Journalist für "völlig uninteressant". Auch hier ist die geäußerte Meinung stark vom Arbeitsumfeld des Befragten abhängig. Immerhin 40 Prozent der Nachrichtenagenturen und rund ein Drittel der Online- und Multimediaredakteure hält das zwitschern für "eine spannende Spielwiese". Der Trendmonitor Medien wird seit 2008 zwei mal jährlich durchgeführt. HOR
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